Of Monsters And Men - Fever Dream - Cover
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Of Monsters And Men Fever Dream


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Erinnerungen an ihren 2011er Hit „Little talks“ sind inzwischen fast verblasst. Leider können Of Monsters Of Men auch auf ihrem dritten Album nicht daran anknüpfen.

Wenn in der schnelllebigen Popmusik zwischen zwei Alben vier Jahre liegen, ist das in der Regel eher suboptimal, wenn besagter Act nicht gerade zu wenigen Superstars zählt, die sozusagen nie in Vergessenheit geraten. Für die Isländer von Of Monsters Of Men scheint diese Regel allerdings nicht zu gelten. Für das Sextett sind vier Jahre Abstand zwischen seinen Longplayern Normalität, auch wenn dadurch schnell der Begriff des One-Hit-Wonders die Runde macht, wenn nicht alle Singleauskopplungen gleich stark performen. Das „Problem“ der Isländer ist nämlich, dass bereits ihre erste Single „Little talks“ (2011) zum Megahit wurde, der sogar die Konsumenten aufhorchen ließ, die sonst nur gelangweilt das Autoradio laufen lassen.

Wiederholen konnten Of Monsters And Men diesen Dauerbrenner bis jetzt nicht. Und so sind seit ihrem Karrierestart inzwischen neun Jahre ins Land gezogen, die mit „Fever Dream“ nun das erst dritte Studioalbum zutage fördern. Betreut wurde es – wie schon der Vorgänger – von dem Amerikaner Rich Costey (Frank Turner, Muse, Foster The People, Biffy Clyro, Death Cab For Cutie, Vampire Weekend), der für seine bombastischen Produktionen bekannt ist. Angefangen an neuen Stücken zu arbeiten hatten Nanna Bryndís Hilmarsdóttir (Gesang, Gitarre), Ragnar Þórhallsson (Gesang, Gitarre), Brynjar Leifsson (Gitarre), Arnar Rósenkranz Hilmarsson (Drums), Árni Guðjónsson (Piano) und Kristján Páll Kristjánsson (Bass) allerdings schon im Frühjahr 2017. Und die Band macht gar keinen Hehl daraus, dass der Weg bis zum fertigen Produkt alles andere als leicht war.

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Am Ende hatten Of Monsters And Men ein paar Dinge ihres üblichen Kreativprozesses neu überdacht und damit den Weg zu dem Sound gefunden, der den Isländern kollektiv vorschwebte. Und siehe da: Schon die erste Single aus „Fever Dream“, „Alligator“, kommt mit kernigen Gitarren, satten Drums und wuchtigen gesangsparts daher, die aus dem weichgespülten Einheitsformat der heutigen Radiolandschaft ausbrechen. Dass Of Monsters And Men aber auch genau diese Sparte bedienen können, zeigen Stücke wie „Ahay“ oder auch „Róróró“, die mit ihrem mehrstimmigen Gesang und den feinen Melodiebögen zwar auch schön klingen, aber wesentlich harmloser ausfallen.

Leider gefallen sich Of Monsters And Men dauerhaft lieber in der Rolle der netten Pop-Unterhalter, die auf der einen Seite jederzeit dazu in der Lage sind, tolle Hooks und Melodien abzuliefern („Sleepwalker“), auf der anderen Seite aber auch das Risiko scheuen, öfter aus ihren im Midtempo verharrenden Strukturen auszubrechen. So kommt der Hörer nicht um den Eindruck herum, dass die Band im Grunde zu mehr fähig wäre, wenn sie nicht irgendeinem imaginären Diktat folgen würde.

Anspieltipps:

  • Róróró
  • Alligator
  • Vulture, vulture
  • Stuck in gravity
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