Mattiel - Satis Factory - Cover
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Mattiel Satis Factory


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mattiel macht vor, wie Retro-Sounds mehr als ein Effekt sind. „Satis Factory“ ist im besten Sinne altmodisch geraten.

Nein, das meint die Frau aus Atlanta nicht ernst. Wenn Mattiel den musikalischen Staub von einst aufwirbelt und den Sound eines Rockalbums aus Tagen des Kings nachahmt, dann ist das Teil des Feuerwerks, das von der Schau ablenken soll. Doch wenn dann „Til The Moment Of Death“ die Staffel an „Rescue You“ übergibt und dabei schlichtweg in den nächsten Gang schaltet, erkennen auch kritische Ohren an, dass Mattiel genau so klingen will. Wenn die Musikerin das dann noch mit Franko-Pop und psychedelischem Rock mit Spoken-Words verbindet, dann ist Vorsicht geboten: geneigte Ohren könnten sich vorbehaltlos verlieben.

Ohne bei einem einzigen Lied im ersten Drittel die magische Dreiminutenmarke zu knacken, erobert Mattiel Hörerherzen mit einer leichtfüßigen Herzlichkeit, die an Debüts wie „Youth And Young Manhood“ erinnert. Nachdem Mattiel das Album mit lauter Treffern eröffnen, versenkt sie die letzten Zweifel mit der Heavy-Rotation-Indie-Party-Nummer „Keep The Change“. Im Vorbeigehen beweist Mattiel mit dieser Nummer, dass sie lässig mit längeren Nummern begeistern kann.

Langsamere Gangarten mit betonter, aber eben auch glaubwürdiger Abgeklärtheit beherrscht die Dame ebenfalls (z.B. „Populonia“). Eine kleine Schwäche in Form von „Blisters“ sowie der Fakt, dass das letzte Drittel nicht mit der ersten Hälfte mithalten kann, ändert nicht, dass „Satis Factory“ ein selbstbewusst vorgetragenes Album ist, das diesem Selbstbewusstsein entsprechend stark klingt.

Anspieltipps:

  • Keep The Change
  • Je Ne Me Connais Pas
  • Populonia

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