Peter Maffay - Jetzt! - Cover
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Peter Maffay Jetzt!


  • Label: Ariola/Sony Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Leider nur Durchschnittskost im großen Jubiläumsjahr.

Fünfzigjähriges Bühnenjubiläum (!) und 70. Geburtstag. Die Veröffentlichung des „Jetzt!“-Albums am 30. August 2019 ist fürwahr ein besonderes Datum im Leben und in der Karriere von Peter Maffay, der zur Feier des Tages nicht einfach nur ein schnödes „Best Of“-Werk auf den Markt wirft, um damit auf große Jubiläumstour zu gehen, die vorerst bis Ende März 2020 angesetzt ist. Wenn schon, dann sollten es brandneue Songs sein, die etwas zum Hier und Jetzt zu sagen haben, auch wenn dafür diverse Songschreiber und Co-Texter wie zum Beispiel Johannes Oerding ins Boot geholt wurden.

Das letzte reguläre Studioalbum, „Wenn das so ist“ (01/2014), hat inzwischen fünf Jahre auf dem Buckel. Ruhig war es um Peter Maffay seitdem dennoch nicht. Eine neue Tabaluga-Geschichte wurde erzählt („Es lebe die Freundschaft“, 2015), auf die Bühne („Es lebe die Freundschaft: Live“, 2017) und ins Kino gebracht („Tabaluga der Film“, 2018) sowie ein „MTV Unplugged“-Longplayer (11/2017) aufgenommen. Ein absolut volles Programm, das auch jetzt nicht weniger wird und wohl auch ein Grund dafür ist, dass Maffay sehr viel schreiben lässt, anstatt selbst zu verfassen. Wenigstens zählt seine Band mit Ken Taylor (Bass), Carl Carlton (Gitarre), Bertram Engel (Drums) und Pascal Kravetz (Keyboards) sowie Peter Keller (Gitarre) und JB Meijers (Gitarre) zu alten Vertrauten. Doch ist auch das Ergebnis vertraut?

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Die Antwort lautet: ja und nein. So kommt einem die eröffnende Ouvertüre „1000 Wege“ mit seiner Tabaluga/Märchenonkel-Lyrik durchaus bekannt vor. Und wenn die Maffay-Band im Titelsong, bei „Morgen“ oder auch „Luft und Liebe“ auf kernige Rock’n’Roller macht, dann scheinen die 80er Jahre zurückgekehrt zu sein. Aber dann gibt es da ja auch noch Titel wie „Alles von mir“ als 08/15-Standardballade oder halb-akustische Power-Balladen mit Schlagertexten („100.000 Stunden“), die an die nicht unbedingt rühmlichen Anfänge Maffays erinnern. Bei insgesamt 14 Tracks gilt: Einmal hin, alles drin. Denn scheinbar möchte „Jetzt!“ die diversen stilistischen Passagen in der langen Laufbahn Peter Maffays neu aufgreifen und dem Jubiläumskonzept unterziehen.

Das zeigt sich besonders im Stück „Für immer jung“, das diverse Songpassagen aus Maffays Laufbahn zitiert, bevor mit „Wenn du wieder kommst“ schon wieder eine Ballade angestimmt wird, mit denen das Album immer wieder lethargisch ausgebremst wird. Deshalb darf sich der Hörer besonders freuen, wenn Maffay und Co. ein wenig auf die The-Who-meets-The-Rolling-Stones-Karte setzen („Das ist gut“) und frei von der Leber losrocken. In diesen Momenten schließen wir den Peter in unsere Arme, wären da nur nicht die fast schon traditionell hölzernen Texte, denen jegliche Bildsprache abgeht. So bleibt am Ende tatsächlich kaum etwas von „Jetzt!“ hängen, das zudem ohne echten Hit auskommen muss.

Anspieltipps:

  • Morgen
  • Das ist gut
  • Größer als wir
  • Für immer jung
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