Enno Bunger - Was Berührt, Das Bleibt - Cover
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Enno Bunger Was Berührt, Das Bleibt


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Enno Bunger traut sich was und liefert ein Album über den Tod, das Leben, Verlust und Mut ab.

Fast vier Jahre nach dem Album „Flüssiges Glück“ (10/2015) meldet sich der gebürtige Ostfriese Enno Bunger (32) mit seinem mittlerweile vierten Longplayer zurück. Wie immer hat er auch für dieses Album einen Titel gewählt, der nicht einfach nur platt und plakativ im Raum steht, sondern mit einer Botschaft glänzt. Das passt gut zu den Texten Bungers, die dem einen oder anderen vielleicht zu pathetisch sind, die aber stets mit einem Konzept daherkommen und von Herzen sind.

Jetzt hat Enno Bunger ein Album geschrieben, das wieder einmal wie eine Art Selbsttherapie angelegt ist, um eine dunkle Lebensphase zu überwinden. Das kennt der Hörer von dem 32-Jährigen bereits von früheren Werken und so verwundert es nicht, wenn Themen wie der Tod und persönliche Verluste in Liedern verarbeitet werden, die am Ende immer noch eins sind: Popmusik. Dazu knüpft Enno Bunger dort an, wo Trauer und Niedergeschlagenheit herrschen und steuert schnurstracks dem Sonnenlicht entgegen. Anstatt sich in Trübsal zu suhlen und den Hörer in Depressionen zu stürzen, sucht und findet er Lösungen.

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Auf diese Weise gelingen Bunger große Hymnen wie „Ponyhof“ oder auch „Stark sein“, mit denen er Mut und Zuversicht vermittelt sowie tiefberührende (Halb-)Balladen wie „Wofür“, „Glaube an die Welt“ und „Niemand kann dich retten“, die auch aus lyrischer Sicht keine Stangenware darstellen. Auch wenn der Vergleich weit hergeholt scheint: Mit seiner Intensität erinnert Enno Bunger an das Deutsch-Rap-Meisterwerk „XOXO“ (07/2011) von Casper, auch wenn zwischen „Was berührt, das bleibt“ und „XOXO“ stilistisch Welten liegen.

Fazit: Mit „Was berührt, das bleibt“ liefert Enno Bunger eines der stärksten Statements in der aktuellen deutschsprachigen Popmusik ab. Dabei limitiert sich Bunger nicht in Richtung Liedermacher-Ebene, was sehr oft sehr schnell ermüdend wirkt. Stattdessen kredenz er hier und da etwas Elektronik, ein paar kleine Raps sowie Streicher und sein berühmtes Piano. Damit kreiert er ernsthaften, aber auch frischen Pop, der die Seele berührt und genau deshalb Freude bereitet.

Anspieltipps:

  • Ponyhof
  • Kalifornien
  • One-Life-Stand
  • Glaube an die Welt
  • Weichzeichnungsfilter
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