Kimberose - Chapter One - Cover
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Kimberose Chapter One


  • Label: Believe Digital/SOULFOOD
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kimberose offenbaren die Unfairness des Musikgeschäfts, wenn alles Talent der Welt nicht genug ist, weil die Inspiration noch nicht ausreicht.

Kimberose wird hoffentlich kein Synonym für technische Finesse, die kein hehres Ziel verfolgt. Der französische Act, der sich um die Person Kitson Mills dreht, steht für Musiker mit handwerklichem Talent, das so manchen Star überstrahlt. In Zeiten von Youtube-Stars erinnert Kimberoses stimmliche Gewalt durchaus an die unscheinbaren Talente von nebenan. Wer Kitson Mills’ Stimme hört, denkt sofort ans Profigeschäft. Wer so singen kann, gehört auf die große Bühne. Dass die jubelnden Massen noch ausbleiben, lässt sich nach knapp 42 Minuten auf „Chapter One“ verstehen.

Nach einer Dreiviertelstunde bleiben neben einer starken Stimme vielleicht ein, zwei Lieder in Erinnerung. Das eines dieser Lieder das x-fach gecoverte „Where Did You Sleep Last Night“ ist, erklärt das „Chapter One“-Dilemma. Bis auf die Single „I’m Sorry“ gelingt Kimberose nicht viel, was weiter erwähnenswert ist. „I’m Broke“, „Needed You“ und „About Us“ rödeln gemütlich im Hintergrund und helfen über halbgares Material (z.B. „Strong Woman“ und „Waiting For You“) hinweg, ohne weiter zu begeistern.

Das Album konzentriert sich stärker darauf, ein Schaulaufen für lange, emotionale Töne zu sein, die am Ende wenig aussagekräftig sind. Ja, Kitson Mills kann richtig gut singen, aber sie wird nicht die erste gute Sängerin sein, die scheitert, wenn das passende Liedgut fehlt. Bei allen Gefühlen bleiben Hörerohren erstaunlich kühl und reagieren distanziert auf Kimberoses Soul. Das ist für ein Genre, das aus der und zur Seele sprechen soll, kein gutes Urteil.

Anspieltipps:

  • I’m Sorry
  • Where Did You Sleep Last Night
  • Needed You

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