Batushka - Hospodi - Cover
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Batushka Hospodi


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Hype um ihr Debütalbum „Litourgiya“ können die Polen zwar nicht wiederholen, aber im Vergleich zu den meisten übrigen Genrevertretern stellen Batushka weiterhin eine rühmliche Ausnahme dar.

Seit ein paar Jahren tut sich auf dem Black-Metal-Sektor endlich wieder etwas interessantes, nachdem es in dem Genre lange Zeit Fuchs und Hase gute Nacht gesagt haben. Denn bis auf keifenden Anti-Gesang, düstere Kriegsthematiken und dämlich geschminkte Protagonisten hatten die etablierten Black-Metal-Acts nichts mehr zu bieten, womit sich der Fan hinterm Ofen hervorlocken ließ. Doch plötzlich tauchten junge, neue Bands wie 1914 aus der Ukraine oder auch Batushka aus Polen auf, die mit ihren Debütalben „Eschatology Of War“ (02/2016) bzw. „Litourgiya“ (03/2017) zumindest ein bisschen frischen Wind in das Lager der Schwarzmetaller brachten und dem Genre wieder Leben einhauchten.

Inzwischen haben 1914 mit „The Blind Leading The Blind“ (05/2019) ihr zweites Werk auf den Markt gebracht und auch Batushka haben mit „Hospodi“ frische Rohkost am Start. Allerdings liest sich die Vorgeschichte zu „Hospodi“ so, als sind die Polen im Prinzip kurz davor, ihre Pforten bereits wieder zu schließen, da sich die beiden Alphatiere Bartłomiej „Bart“ Krysiuk (Gesang) und Krzysztof Drabikowski (Gitarre) dermaßen in die Haare bekommen haben, dass Batushka in diesem Jahr gleich zwei Longplayer herausbringen – einen nach dem Gusto von Bart Krysiuk und einen, hinter dem Krzysztof Drabikowski steht. Total verrückt!

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Deshalb existieren nun, wenn man so will, im Prinzip sowohl zwei Ausgaben von Batushka als auch von „Hospodi“. Denn Krzysztof Drabikowski hat seine Version des Albums schon Ende Mai unter dem Titel „Panihida“ via Bandcamp der Öffentlichkeit vorgestellt, während Bart Krysiuk jetzt auf herkömmlichen Weg über eine Plattenfirma nachzieht. Wirklich Gutes kann dieser Split dennoch nicht verheißen, weil sich hier zwei Künstler auseinanderdividiert haben, die als Team deutlich effektiver sind. Das macht spätestens Krysiuks „Hospodi“-Version deutlich.

Zwar beginnt die Totenmesse der Polen äußerst atmosphärisch und rockig mit fetten Chören und tonnenschwerem Drumming, doch während sich der Hörer auf ein paar Wendungen freut, ziehen Batushka ihren Stiefel konsequent durch und verlieren bei aller Wucht und Dramatik ein wenig der Spannungsfaden. Das macht „Hospodi“ sicher zu einem schlechten Album. Den Hype um „Litourgiya“ können die Polen damit aber nicht wiederholen. Dazu fehlt dem Album diesmal das Ausrufezeichen. Im Vergleich zu den meisten übrigen Genrevertretern stellen Batushka eine rühmliche Ausnahme dar.

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