Sleater-Kinney - The Center Won´t Hold - Cover
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Sleater-Kinney The Center Won´t Hold


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Brownstein, Tucker und Weiss: Unfuckable, unlovable, unlistenable, unwatchable.

Das US-amerikanische Riot-Grrrl-Trio Sleater-Kinney aus Olympia, Washington, zählte Mitte der 90er Jahre zu den sympathischsten Erscheinungen der damals extrem blühenden Alternative-Rock-Szene. Aus rein kommerzieller Sicht konnten Carrie Brownstein (Gitarre, Gesang), Corin Tucker (Gitarre, Gesang) und Janet Weiss (Drums) zwar nie so richtig für Furore sorgen, doch in Indie-Kreisen war die Band für ihren coolen, kratzbürstigen Sound stets angesehen und beliebt.

Zwischen 1995 und 2005 lieferten Sleater-Kinney insgesamt sieben Longplayer ab. Danach wurde die Band auf Eis gelegt und erst zehn Jahre später, mit dem „No Cities To Love“-Album (01/2015) wiederbelebt, nachdem bereits ein paar Monate vorher mit „Start Together“ (10/2014) ein Vinyl-Box-Set erschien. Nach dem Live-Album „Live In Paris“ (01/2017) ist nun Zeit für das neunte Studioalbum des Trios, das von Musikerkollegin Annie „St. Vincent“ Clark produziert und auf den Titel „The Center Won’t Hold“ getauft wurde.

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St. Vincent als Produzentin zu verpflichten, ist für diese Band ungewöhnlich und scheint dem Drang nach Veränderung nachkommen zu wollen. Tatsächlich begann die Arbeit erst einmal wie eine Art Testballon. Doch nachdem innerhalb von nur drei Tagen drei Songs im Kasten waren („The center won’t hold“, „Ruins“ und „The dog/the body“), entschloss man sich dazu, ein komplettes Album gemeinsam einzuspielen. Dennoch war das, was am Ende dabei herauskam, nicht mehr das, was sich Janet Weiss vorstellte und kündigte sechs Wochen vor der Album-Veröffentlichung ihren Ausstieg an.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Sleater-Kinney anno 2019 zum ersten Mal in ihrer Laufbahn ziemlich poliert und gezähmt klingen („Reach out“), obwohl sie sich in ihren Texten gewohnt heftig Luft machen („Hurry on home“) und die Gitarren hier und da auch noch ein bisschen so krachen wie früher („Bad dance“). Nichtsdestotrotz ist das Gesamtpaket aus elf Songs eher poppig („Can I go on“) und geht streckenweise richtig gut ins Ohr („A restless life“). Dennoch ist „The Center Won’t Hold“ kein Album, das unter dem Banner Sleater-Kinney gut aufgehoben ist. Denn die Kombination Sleater-Kinney und Popmusik hört sich irgendwie nach Etikettenschwindel an.

Anspieltipps:

  • Broken
  • A restless life
  • The dog/the body
  • The future is here
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