Xavier Naidoo - Hin Und Weg - Cover
Große Ansicht

Xavier Naidoo Hin Und Weg


  • Label: Naidoo Records/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Xavier Naidoo lässt sich nun von Jugglerz produzieren, lädt sich ein paar Rapper ins Studio ein und macht am Ende doch wieder die gleiche Messias-Mucke.

20 Monate nach „Für Dich.“ (11/2017) legt Xavier Naidoo (47) mit „Hin und weg“ sein mittlerweile achtes Studioalbum vor, das er diesmal zusammen mit dem Konstanzer DJ- und Produzententeam Jugglerz (Gzuz,RAF Camora, Schwesta Ewa, Bausa, Bonez MC, Cro, Ufo361, Olexesh) aufgenommen hat, das sich vermehrt im HipHop-Segment betätigt. Deshalb verwundert es nicht, dass Naidoo mit MoTrip, Chefket, Kontra K und dem Newcomer Klotz ausschließlich Gäste aus der Deutsch-Rap-Sparte begrüßt. Wenn man allerdings bedenkt, dass Xavier Naidoo einen musikalischen Background hat, der einst auf dem HipHop-Label 3P begann, so scheint sich mit „Hin und weg“ ein Kreis zu schließen.

Tatsächlich könnte Deutschlands größter Soulsänger wohl eine leichte Kurskorrektur gebrauchen, nachdem er in den vergangenen Jahren mit einigen merkwürdigen Themen in Verbindung gebracht wurde, die so gar nicht zu dem christlichen Messias aus Mannheim passten. Vielleicht ist auch deshalb die sehr prägnante politische Gesinnung des letzten Söhne-Mannheims-Album „MannHeim“ (04/2017) auf „Hin und weg“ zum Tabu erklärt worden. Naidoo singt nun wieder über die Liebe und besinnt sich dabei auf Soul und Pop, mit Unterstützung der Jugglerz, die erst kürzlich mit der Produktion von „Don’t lie to me“ für Lena Meyer-Landrut einen Top-30-Hit gelandet haben.

Bild

Jetzt färbt Xavier Naidoo seinen Soul-Pop also mit einer Prise HipHop und R&B, bleibt seiner bekannt-verschwurbelten Lyrik aber durchgehend treu. Diese wird konsequent in Midtempo-Songs eingebettet, die satt produziert aus den Boxen perlen und als Soul-Pop zum Poppen („Aufgeregt“) zumindest eine Anforderung erfüllen. Ansonsten stellt „Hin und weg“ lediglich eine humorfreie und musikalisch eintönige Ansammlung aus Routine („Ich packe meine Sachen“), gepflegter Langeweile („Ich danke allen Menschen“) und schmalzigen Balladen („Diese eine“, „Königin“) dar.

Da es heuer auch keine hitsingletauglichen Tracks gibt, plätschert „Hin und weg“ quasi wie eine widerwillige Pflichterfüllung völlig spannungsarm dahin und hinterlässt den Hörer reichlich ratlos. Denn weder die inhaltlichen Botschaften noch die Musik können auf diesem emotionsfreien Longplayer etwas bewirken. Man kann ihn nicht hassen, aber auch nicht lieben. Er ist einem gleichgültig. Für Kunst ist das die Höchststrafe.

Anspieltipps:

  • Welt
  • Eine Nacht
  • Guten Zeiten
  • Alle meine Sinne
Neue Kritiken im Genre „Soul/Pop“
Diskutiere über „Xavier Naidoo“
comments powered by Disqus