Helge Schneider - Partypeople (Beim Fleischer) - Cover
Große Ansicht

Helge Schneider Partypeople (Beim Fleischer)


  • Label: Cable Car Records/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Errektionen auf der Kirmes, prallvolle Wundertüten des Lebens und Killerkometen - oder: Helge ist zurück!

Jetzt kann der Sommer mit guter Laune in die zweite Runde gehen, denn der Helge ist wieder da – wenn auch etwas anders, als der Hörer es vielleicht vermutet hat: Anstatt sich an das Konzept des Nummer-1-Albums „Sommer Sonne Kaktus!“ (08/2013) zu klammern, veröffentlicht Helge Schneider (63) mit „Partypeople (Beim Fleischer)“ ein weiteres Jazz-Album. Merke: Bereits vor zwei Jahren präsentierte Schneider mit „Heart Attack No. 1“ (02/2017) ein reines Instrumental-Jazz-Album – damals noch über den Major Polydor Records – und landete damit lediglich auf Platz 66 der Longplay-Charts, die es schon nach einer Woche wieder verlassen hat. Kommerzieller Erfolg sieht definitiv anders aus.

Vielleicht erscheint „Partypeople (Beim Fleischer)“ deshalb „nur“ auf dem Indie-Label des Wuppertaler Bluesmusikers Henrik Freischlader (36), der auf dem Album einige Gitarrenparts übernahm, nachdem er zusammen mit Pete „Mister Superdrumming“ York bereits einige Live-Termine zum „Heart Attack No. 1“-Werk begleitete. Jetzt ist das Dreamteam also wieder versammelt, aber konzeptionell anders unterwegs als auf „Heart Attack No. 1“. Die Songs haben nun wieder wie gewohnt Texte aus Helges typischer Gaga-Comedy-Bäckerei und erhalten damit ihr unnachahmliches Flair zurück, das in der Virtuosität von „Heart Attack No. 1“ etwas untergegangen ist.

Bild

„Partypeople (Beim Fleischer)“ ist musikalisch nicht nur etwas weiter gefächert als die 2017er Jazz-Platte, es präsentiert zudem auch die Rückkehr der berühmtberüchtigten Spoken-Word-Parts, die der Fan von den Helge-Werken der 80er und frühen 90er Jahre kennt („Einkaufen“, „Beim Fleischer“, „Steine“, „Klaus mit Helmut und Erwin“). Doch auch die Songs sind Helge wie er leibt und lebt. Angefangen beim ausufernden Opener „Dance to the music (music is the language)“, der mit herrlich beklopptem Englisch glänzt und stilistisch an den 1995er Klassiker „Klapperstrauß“ anknüpft, über das beseelte Pianostück „Wundertüte“ und den etwas aus dem Ruder geratenen „Politsong“, bis hin zum unverschämt groovenden Titelsong.

00 Schneider ist voll in seinem Element und wir sind gerne mit dabei. Auch wenn in „Steine“ plötzlich zum Schlachtermesser gegriffen wird und der kleine Günter dem Helge den Kopf abschneidet. Aber manchmal muss man als Günter eben tun, was ein Günter tun muss. Selbst wenn es dem doofen Helge, dem ollen Pillemann, dabei an den Kragen geht.

Anspieltipps:

  • Leberblues
  • Partypeople
  • Kirmesblues
  • Politsong (this is a political…)
  • Dance to the music (music ist he language)
Neue Kritiken im Genre „Comedy“
8.5/10

Lass Knacken, Helge! Helge, Der Film! Helge, Life!
  • 2015    
Diskutiere über „Helge Schneider“
comments powered by Disqus