Miss Platnum - The Opera - Cover
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Miss Platnum The Opera


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Opera“ ist ein Album voller Einleitungen und Zwischenspiele, das den zweiten Akt geschweige denn das Finale nie erreicht.

Miss Platnum ist inzwischen seit ungefähr 10 Jahren eine der vielbeschäftigten Nebendarstellerin in Deutschlands R&B- und HipHop-Szene. Seit die Rumänin Peter Fox begleitete, ist ihr Name immer wieder aufgetaucht. Die Solo-Karriere ist Miss Platnum dagegen nur in überschaubarem Maße gelungen. Mit „Glück Und Benzin“ verfügt die Künstlerin zwar über ein starkes Album, aber ansonsten versteckt sich Miss Platnum wie jede gute Background-Sängerin mit Musik, die eher im Hintergrund läuft. Da hilft auch die Kooperation mit Bazzazian nicht weiter.

„The Opera“ treibt den Ansatz der Unauffälligkeit abermals auf die Spitze. Miss Platnum hat die fragwürdige Leistung vollbracht, neun Lieder aneinanderzureihen, die allesamt Eröffnungen und Überleitungen sein könnten. Jedes Lied gibt das Versprechen ab, dass im Anschluss an diesen vorsichtigen Aufbau das eigentliche Stück folgt. Zu dieser Verwandlung kommt es auf „The Opera“ allerdings nicht. Stattdessen gleicht das Album einem geregelten Wellengang, der weder Ebbe noch Flut kennt.

Hinter Stücken wie „Rainbow Jesus“ und „You Will Shoot“ lassen sich dynamischere Stücke vermuten. Diesen Ansätzen geht Miss Platnum jedoch nicht nach. Sie baut lieber Atmosphären auf, die sie im Anschluss nirgends hinführt. In „Weapons“ wird diese Philosophie in gut sieben Minuten auf die Spitze getrieben, auch wenn mit „Lelele“ zumindest der „The Opera“-Track folgt, der sich mit Wucht Eigenständigkeit verschafft. Warum die Künstlerin ansonsten auf mehr Mut zu Rhythmen und Eingängigkeit verzichtet, bleibt unverständlich.

Dabei ist „Lelele“ nicht mal ein Highlight, sondern schlichtweg Erlösung. Auf „The Opera“ werden Hörer ansonsten nur hingehalten und sollen sich in Konstrukte ohne Ziel fallen lassen. Eine Overtüre jagt die nächste, doch ohne Konzept und Lieder, die auf diesen Vorlagen aufbauen, fühlt sich Miss Platnums Musik äußerst leer an. Das Ausbleiben guter Songs zum Sound des Albums erinnert daran, warum Hörer sich eher an Platnum-Lieder erinnern, bei denen sie Musikern wie Marteria zur Seite und nicht selbst im Mittelpunkt steht.

Anspieltipps:

  • Rainbow Jesus
  • Runnin’
  • Weapons

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