Oonagh - Eine Neue Zeit - Cover
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Oonagh Eine Neue Zeit


  • Label: We Love Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Oonagh goes Afrika. Ein bisschen mehr Spannung durch Mut zum Risiko wäre dabei nicht schlecht gewesen.

Nach drei erfolgreichen Alben in drei Jahren, die sich zwischen 2014 und 2016 in sechs unterschiedlichen Versionen (!) bis dato mehr als 600.000 Mal verkauften, brauchte Senta-Sofia Delliponti alias Oonagh (29) scheinbar eine kleine Pause von der minutiös getakteten Erfolgsmaschinerie, die ihr zwei Echos und zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen einbrachte. Aber nicht nur das. Die Ex-Schauspielerin (GZSZ) und Ethno-Pop-Sängerin ist Ende 2017 Mutter eines Mädchens geworden. Da versschieben sich die Prioritäten ganz automatisch. Doch nun ist die Baby-Pause vorbei, mit „Eine neue Zeit“ ein neuer Longplayer fertiggestellt und die nächste Tournee terminiert.

Die Inspiration für ihr neues Album holte sich Oonagh in Afrika, wo sie erste Songideen ausarbeitete und mit diversen regionalen Künstlern zusammenarbeitete. Aufgenommen wurde das Werk u.a. im südafrikanischen Johannesburg, aber auch die obligatorische heimische Unterstützung von Auftragskomponisten, Textern und Produzenten wie Thorsten Brötzmann (Adoro,Christina Stürmer, Jeanette Biedermann, Alexander Klaws), Lukas Hainer (Ben Zucker, Santiano, Beyond The Black, Bollmer), Tim Uhlenbrock (Madeline Juno, Elif), Nikolaos Giannulidis (KC Rebell, Ardian Bujupi, Mehrzad Marashi) sowie Robin Kallenberger (Die Lochis) kam nicht zu kurz.

Nachdem der Vorgänger „Märchen enden gut“ (10/2016) mit seinen nervtötenden Flötentönen kaum zu ertragen war, kommt „Eine neue Zeit“ deutlich geglätteter daher. Eingebettet in ein Fundament aus Schlager- („Asili Ya Mama“) und Popmusik („Noch immer hier“) werden die afrikanischen Elemente überraschend dezent integriert („Ich lass los“). Zwar ist die besondere Rhythmik des Kontinents dabei stets präsent („Allie“) und hier und da wird ein von Marie Steinmann-Tyker vermittelter Kinderchor aus Kenia eingeklinkt („Kulika Jana“, „Maua“), doch spektakulär ist dies alles nicht.

Muss es auch nicht sein. Aber ein bisschen mehr Spannung durch Mut zum Risiko wäre nicht schlecht gewesen. So ist „Eine neue Zeit“ bis auf wenige Ausnahmen wie „Mi Na We“ oder auch „Kulika Jana“ leider nur ein nicht sonderlich aufregendes Popalbum mit einer Prise afrikanischer Kultur geworden, das den Elfen- und Fantasy-Quatsch der ersten Werke endlich hinter sich lässt, aber auf dem Weg zur ernstzunehmenden Kunst immer noch eine weite Strecke vor sich hat.

Anspieltipps:

  • Stadt
  • Mi Na We
  • Kulika Jana
  • Sambesi – Fluss des Lebens
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