Mädness - OG - Cover
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Mädness OG


  • Label: Mädness/Groove Attack
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Rapper Mädness macht mäßiges Mittelmaß, das seinen Charme unnötigerweise versteckt.

Fetten Sound? Bekommt Mädness hin. Souveräne Wortakrobatik? Aber hallo! Das ist für große Musiker im Rap-Bereich aber auch zu erwarten. Witz, Eigenständigkeit, Introspektive und besondere Stimmen sorgen für Eigenständigkeit. Der Darmstädter klingt trotz Möglichkeiten selten nach einem Jemand. Mädness klingt wie ein Irgendwer, der zwar nette Texte schreibt und nette Musik macht, doch im besten Fall an andere erinnert, statt eigene Duftmarken zu setzen.

„OG“ ist ein Album ohne Fehler und mit massig Querverweisen. Es ist aber auch ein Album ohne Höhepunkte und mit wenigen Farbtupfern, die das Grau des Albums auffrischen. Der Hesse könnte sich seinem Dialekt behelfen, wie er in „Mässisch“ andeutet. Stattdessen besinnt er sich auf Straßenpoesie, die selten mehr als ordentlich ist. Mal ist die Musik zu zahm („Team Allein“) und wenn sie doch sticht, ist der Text etwas zu generell („Endlich Neue Freunde“). Schlecht ist das nicht, bleibt jedoch auch nicht hängen. „OG“ fehlen die Tracks, die man im Auto laut drehen will oder die einem während einer Party durch den Kopf gehen. Mädness‘ neues Album hören Hörer eher zufällig.

Das wahrscheinlich größte Symptom ist der brave Tribut, den Mädness Vorbildern zollt. In „Kein Ort“ mit Marteria wird dieser Effekt besonders deutlich. Der Track klingt mehr nach einem Marteria-Track, der von Mädness begleitet wird und nicht umgekehrt. Bei aller Qualität auf „OG“ erscheint Mädness als Mime, der Gutes solide nachahmt.

Ein verschmitzter Blick auf genau diese bekannten Formeln lässt sich auf „OG“ selten erkennen. Wenn dies wie im Titeltrack und dem Opener passiert, bleiben die Ohren auch direkt an den Boxen kleben. Hier kommen musikalische Ideen und Text clever zusammen und führen ein Genre liebevoll vor, das die Selbstironie gut zu verarbeiten weiß. Stattdessen erstickt Mädness seinen Charme in Pathos, der bestimmt ehrlich gemeint ist. Die Dramatik traut sich aber nicht genug in sich selbst herein, um Schmerzen zuzufügen. So klingt „OG“ an vielen Stellen, als würde Mädness uns mit angezogener Handbremse durch seine Nachbarschaft fahren, weil er sich nicht entscheiden kann, ob er mit uns aus dem Wagen springen oder doch lieber vor dieser Welt flüchten soll.

Anspieltipps:

  • Mässisch
  • OG
  • Endlich Neue Freunde

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