Cultdreams - Things That Hurt - Cover
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Cultdreams Things That Hurt


  • Label: Big Scary Monsters
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Cultdreams tun sich mit der Produktion am meisten weh, wenn sie sich von ihren eigenen Wall of Sounds erdrücken lassen. „Things That Hurt“ hätte durchaus mehr verdient.

Zwei Minuten dauert die große Hoffnung für Cultdreams an. Zwei Minuten lang baut eine aufstrebende Band im progressiven Stile von 65daysofstatic und mit der angedeuteten Wut von At The Drive-In einen Klang auf, der die Großtaten der Jahrtausendwende ins Jahr 2019 zu transportieren verspricht. Dann schaltet die Band in den nächsten Gang und alles gerät ins Stocken. „Things That Hurt“ ist ein scheppernd aufgenommenes Album, das sich erst im eigenen Klang erstickt und dann im Strudel der immer gleichen Idee zu versinken droht.

In „Born An Underdog“ lässt sich dank des grundsoliden Arrangements noch über den verschwommenen Sound hinweghören. Mit „Not My Generation“ wird das Hören jedoch zur Arbeit. Anstatt dass sich der groß angelegte Rocksound und der Gesang zusammentun, stören sich beide Elemente dauerhaft bei der Entfaltung. Hier kommt der Vergleich mit At The Drive-In zum Tragen. Die ehemalige Post-Rock-Referenz aus El Paso hat mit ihrem druckvollen und ebenfalls gewollt kantigen Klang Instrumente und Gesang gegenseitig angespornt. Dieser Effekt bleibt auf „Things That Hurt“ aus, wenn Lucinda Livingstones Stimme anscheinend gegen jedes einzelne Riff ankämpfen muss.

Die gute Nachricht, die das Album über Wasser hält, ist ein nicht zu überhörendes Talent der Band, aufrührende Songs zu schreiben. Hinter dem überladenen und unglücklich abgemischten Sound verbergen sich herrlich ungestüme Stücke wie „Flowers On Their Grave“, die in Rock ärmeren Zeiten eine Wohltat sind. Mit dem „ja, aber“, das durchgängig den erdrückenden Sound betrifft, wird die Band aber leben müssen. Mit fortlaufender Spieldauer entzieht sich Cultdreams selbst die Dynamik, wenn jeder Track im gleichen Wust aus Klangstürmen Zwischentöne erschwert.

Selbst wenn die Band in „Don’t Let Them Tell You Otherwise“ relativ ruhig bleibt, klingen die wenigen Ausbrüche so, als müsste die Band sich mit aller Macht bremsen, um nicht wieder direkt vom ersten in den fünften Gang zu schalten. Wenn die Musik wie in „Repent, Regress“ darauf ausgelegt ist, kann das Konzept aufgehen. Auf „Things That Hurt“ ist der Krach jedoch eine unglückliche Begleiterscheinung statt einem maßgeblichen Stilmittel. Trotz der technischen Mängel und dem etwas starren Sound verbirgt sich auf „Things That Hurt“ auch in dieser Form zumindest eine gute EP mit vielleicht vier Titeln. Mit einer klareren Hand bei der Produktion versteckt sich hinter dem britischen Duo eine vielversprechende Hoffnung für den gebeutelten Gitarren-Sound des nahezu abgelaufenen Jahrzehnts.

Anspieltipps:

  • Flowers On Their Grave
  • Repent, Regress
  • Born An Underdog

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