Hanne Hukkelberg - Birthmark - Cover
Große Ansicht

Hanne Hukkelberg Birthmark


  • Label: Hukkelberg Music
  • Laufzeit: 30 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Norwegerin Hanna Hukkelberg nistet sich erfolgreich zwischen Klängen aus Island und Tokio ein.

Über ein Jahrzehnt nach Hanne Hukkelbergs „Blood From A Stone“ zeigt die norwegische Komponistin sich weiterhin alles andere als einsichtig. Die Frau mit dem eleganten Hit-Gespür verliert sich weiterhin in unkonventionell vertonten Pop-Songs, die unglaublich gern leichter zugänglich wären. Auf „Birthmark“ versperrt sich Hukkelberg mit ihrem Titel gebenden Opener in verrückten Soundsphären und doch werden sich mutige Hörer wieder in genau diesen verlieren wollen.

Nachdem in „Don’t Dream“ und „Rules“ entspannt eine poppige Björk aus dem Ärmel geschüttelt wird, zeigt sich die wahre Stärke von „Birthmark“ mit „Crazy“. Hier entfaltet sich der vorher lediglich angedeutete Wille zu roh klingender Musik, die einzelnen Klängen mehr Tiefe verleiht, statt im Chart-Pop-Stil alles mit Hochglanz zu erdrücken. Das erinnert beim überragenden „Crazy“, besonders aber während „Catch Me If You Can“ an Miho Hatori, die sich ihrer Zeit auf „Ecdysis“ in eher minimalistisch angelegten Art-Pop stürzte.

Und so wie Hatori damals ein überraschend angenehmer, wenngleich fordernder Mix gelungen ist, findet sich Hukkelberg in ihrer vielleicht bislang stärksten Musikumgebung wieder. „Birthmark“ präsentiert sich als Album aus einem Guss, das doch mit verschiedenen Ansätzen überquillt. Nicht viele Musiker winden sich um eine feste Genre-Beschreibung und treffen mit ihren Liedern in verschiedenen Geschwindigkeiten trotzdem sicher ins Schwarze. Hanne Hukkelberg darf sich mit „Crazy“, „Faith“ und „The Young Bold And I“ rühmen, ohne dass der Rest des Albums abfällt.

Nachdem sich die vermeintliche Berechenbarkeit von „Don’t Dream“ und „Rules“ als Teil eines wunderbar gewobenen Klangkonstrukts offenbaren, lassen sich auch in den vermeintlich nur ganz guten Momenten Tiefe und Ideen vorfinden, die aus der halben Stunde auf „Birthmark“ ein kurzweiliges Abenteuer machen. „Birthmark“ klingt nicht nach verkrampftem Art-Pop, der verzweifelt nach Experimenten sucht. Stattdessen klingt Hukkelbergs Musik inzwischen so, dass sie sich deutlich mit ihr identifizieren lässt.

Anspieltipps:

  • Crazy
  • Faith
  • Tobelittle

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7/10

This Is Tunng... Magpie Bites And Other Cuts
  • 2019    
Diskutiere über „Hanne Hukkelberg“
comments powered by Disqus