Beth Hart - War In My Mind - Cover
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Beth Hart War In My Mind


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf ihrem neuen Album zeigt sich Beth Hart von ihrer balladesken Seite und liefert eine reine Pop-Platte ab.

Mit 47 Jahren ist Beth Hart endlich dort angekommen, wo sie sein will. Allem Anschein ist sie privat mit sich im Reinen und karrieretechnisch kann es fast nicht besser laufen. Ihr letztes Solo-Album „Fire On The Floor“ hob die stark tätowierte Sängerin auf die nächste Erfolgsstufe, ihre Kollaborationen mit Joe Bonamassa erfreuen sich nicht minderer Beliebtheit und die Konzertsäle werden auch immer größer. Davon zeugt das im letzten Jahr erschienene Live-Dokument „Live At The Royal Albert Hall“. Nun folgt mit „War In My Mind“ das neue Album der Kalifornierin, produziert von Star-Produzent Rob Cavallo (u.a. Green Day, Kid Rock) und die Plattenfirma scheint große Hoffnungen in das Album zu setzen wird es doch stark beworben und soll Beth Hart endgültig in die erste Reihe großer Sängerinnen manövrieren.

Eröffnet wird das Album mit dem leicht gospeligen, aber sehr poppigen und auf Radio getrimmten „Bad Woman Blues“. Das soll allerdings keine negative Wertung sein, viel mehr macht der Song außerordentlich Spaß und wäre eine Bereicherung für jeden Radiosender. Anschließend drückt die Sängerin aber etwas zu sehr auf die Tränendrüse. Zwar unterscheiden sich der Titelsong, „Without Words In The Way“ und „Let it Grow“ in ihrer Herangehensweise, im Grunde sind es aber doch drei pathetische Balladen hintereinander. Mal als Klavierballade arrangiert, darauffolgend jazzig angehaucht und dann wieder mit Gospel-Einflüssen. Auch „Sister Dear“ und „Thankful“ folgen einem ähnlichen Muster und könnten beinahe als Pink-Balladen durchgehen. Auch balladesk aber etwas anders kommen das an einen James Bond-Titelsong erinnernde „Rub Me For Luck“ und das düstere „Woman Down“, von sphärischen Twang-Gitarren aufgewertete, nicht ganz so eingängig, daher.

Neben dem Opener sind nur noch „Try A Little Harder“, „Spanish Lullabies“ und „Sugar Shack“ nicht als Ballade zu bezeichnen. Während ersteres entspannt, aber sachte vor sich hingroovt, können „Spanish Lullabies“, das mit Flamencogitarren etwas Abwechslung ins Spiel bringt und vor allem das mit treibendem Beat eindringlich und intensiv klingende „Sugar Shack“ überzeugen. Man merkt „War In My Mind“ deutlich an, das mit diesem Album eine größere, eventuell auch neue, Zielgruppe angesprochen werden soll. Rob Cavallo hat das Album poppig und radiotauglich produziert, prinzipiell könnte jeder der 12 Songs problemlos im Radio laufen. Wer aufgrund von Beth Harts Vergangenheit mit einer eher bluesrockigen Marschrichtung gerechnet hat wird mitunter enttäuscht werden. „War In My Mind“ ist eine reine Popplatte. Beth Hart macht dabei aber eine ziemlich gute Figur, wenn es auch deutlich zu viele Balladen auf das Album geschafft haben, die teilweise zu belanglos wirken.

Anspieltipps:

  • Bad Woman Blues
  • Sugar Shack
  • Woman Down

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