Iggy Pop - Free - Cover
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Iggy Pop Free


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf Iggy Pops 18. Studioalbum gehen die Uhren anders. Denn auf „Free“ sprechen andere Künstler für ihn. Durch seine Stimme.

Nachdem vor wenigen Monaten das (zurecht) ewig-lang verschollene „Zombie Birdhouse“-Album (06/2019) aus dem Jahr 1982 wiederveröffentlicht wurde, legt Iggy Pop (72) mit „Free“ nun den offiziellen Nachfolger seines gefeierten „Post Pop Depression“-Longplayers (03/2016) vor. „Free“ ist das insgesamt 18. Studioalbum in der Karriere des Amerikaners, der zu den coolsten Socken unter diesem Himmel zählt, auch wenn seine musikalische Kunst nicht immer Anlass zur Begeisterung gab.

Doch sei´s drum. Auch im hohen Rock’n’Roller-Alter lässt sich Iggy Pop nicht von seinem Weg abbringen und hat deshalb wieder einmal ein Werk eingespielt, das in Sachen Spielfreude und Experimentierlust überrascht und an seine kauzigen Spätwerke „Préliminaires“ (05/2009) und „Aprés“ (07/2012) erinnert. Damit ist die Rückkehr zur urwüchsigen Rockmusik erst einmal wieder beendet. Denn „Free“ enthält nur noch dezente Fragmente aus Iggy Pops musikalischer Ursuppe.

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Stattdessen serviert er dem Hörer eine Mischung aus Jazz, Ambient, Electro, Pop, Chanson und Spoken-Word-Parts, die Häuptling Lederhaut zusammen mit Jazz- (Leron Thomas) und Avantgarde-Musikern (Sarah „Noveller“ Lipstate) entworfen und eingespielt hat. Das mag dann am Ende vielleicht ein dem Alter gerechter werdendes Album darstellen, ist aber auch keine leichte Kost. Denn obwohl „Free“ nur auf 34 Minuten Spielzeit kommt, befindet sich Iggy Pop in ausführlicher Plauderlaune, die mit progressiven Klangteppichen unterlegt wird.

Aus dieser vermeintlich losen Hülle darf sich der geneigte Konsument die tatsächlichen Songs herauspicken, die allesamt betont entspannt und instrumental sehr virtuos daherkommen. Dazu Iggy Pop: „Dies ist ein Album, auf dem andere Künstler für mich sprechen, aber durch meine Stimme“. So sprechen insbesondere die Bläserparts eine Sprache, die Iggy Pop musikalisch in ein völlig anderes Licht rückt. Wenn es am Ende genau das ist, was Iggy Pop braucht, um sich frei und zufrieden zu fühlen, dann soll es auch so sein.

Anspieltipps:

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