Carnal Tomb - Abhorrent Veneration - Cover
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Carnal Tomb Abhorrent Veneration


  • Label: Testimony Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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Traditioneller Death Metal, nicht aus Schweden, sondern aus Berlin.

Die im Jahr 2014 gegründete Death-Metal-Band Carnal Tomb aus Berlin legt nicht ganz drei Jahre nach ihrem in der Szene sehr wohlwollend aufgenommenen Debütalbum „Rotten Remains“ (11/2016) ihren zweiten Longplayer „Abhorrent Veneration“ vor, den das Quartett in der deutschen Hauptstadt zusammen mit Produzent Tobias Engl (u.a. Essenz, Kalmen, Drowned, Isten) in dessen Englsound Studio eingespielt hat. Das aktuelle Line-up der Band besteht aus Corpse Ripper (Bass, Gesang), Cryptic Tormentor (Gitarre, Gesang), Vomitchrist (Drums) sowie Goat Eviscerator (Gitarre), der den Ur-Gitarristen Lobotomizer vor zwei Jahren ersetzte.

Carnal Tomb beginnen ihren zweiten Longplayer mit einem atmosphärischen Intro, das auch gut aus einem Horrorfilm stammen könnte und den geneigten Hörer passend auf das einstimmt, was in der nächsten Dreiviertelstunde über ihn hereinbricht: Rasende Gitarren- und Schlagzeuggewitter, gepaart mit infernalischen Grunz-Gesängen und immer wieder geschickt eingebauten Breaks und Midtempo-Parts, die ganz kurz Luft zum Verschnaufen geben. Keine Frage: Hier hat die klassische Old-School-Brigade des Genres Pate gestanden – und das ist auch gut so.

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Auch wenn Carnal Tomb keine Kloppertruppe darstellt und sehr wohl progressives Songwriting betreibt, scheint der Band überkandideltes technisches Gefrickel fremd zu sein. Dennoch walzt sie ihre Songs im Schnitt auf 6½ Minuten aus. Dass solche Brocken nicht nur mit Geballer gefüllt werden können, erklärt sich von selbst. Letztendlich ist es die Mischung, mit der Carnal Tomb punkten. So wechseln sich rockige Passagen mit atmosphärischen Parts, eingängigen Melodien und harten Riffwalzen ab, sodass nie Langeweile aufkommt.

Fazit: Mit dieser erneut guten Vorstellung rücken Carnal Tomb in Profiregionen vor und avancieren zu einem Kandidaten für die großen deutschen Metal-Label, die sich immer über Nachwuchs freuen. Die alten Thrash- und Death-Recken werden schließlich nicht jünger.

Anspieltipps:

  • Amid the graves
  • Sepulchral descent
  • Abhorrent veneration
  • Dissonant incubation
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