Mando Diao - Bang - Cover
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Mando Diao Bang


  • Label: Playground Music/CARGO
  • Laufzeit: 30 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die gute Nachricht: Mando Diao spielen wieder geradlinigen Rock! Die zweite Nachricht: Das ist auch gut so.

„Bang“ ist ein Befreiungsschlag für Mando Diao. Diese frohe Botschaft sollte über allem stehen, wenn die schwedische Band sich zwar nicht aus dem „Dance With Somebody“-Schatten kämpft, sich dafür aber wieder mit Recht eine Rock-Band nennen darf. In zehn geradlinigen Titeln, die sich an der einst magischen Dreiminutenmarke orientieren, bleiben Mando Diao bei den sprichwörtlichen Leisten. Zwar klingt „Bang“ etwas angestaubt und versucht mit Sperenzchen dreckiger zu wirken als es ist, aber siehe da: kaum packen Mando Diao die Discokugeln weg, funktioniert die Band wieder.

Sogar ein paar Titel, die sich vorsichtig die Bezeichnung Hit an die Stirn klatschen dürfen sind wieder da. Erstaunlich ist das nicht aufgrund der schwachen Outputs „Aelita“ und „Good Times“ der jüngeren Vergangenheit. Es überrascht vielmehr, dass die Titel so simpel klingen. Rund zehn Jahre hat es gedauert, dass Mando Diao ein durchgehend solides, englischsprachiges Album aufgenommen haben und dann stellt sich raus, dass die Band wahrscheinlich einfach nur zu viel wollte.

Böse Zungen könnten geneigten Hörern einreden, dass sie „One Last Fire“ nicht lange von Titeln wie „He Can’t Control You“ und „Don’t Tell Me“ unterscheiden werden und der Großteil eines sowieso schon eingängigen Albums zu einem großen seichten Rock-Song verkommt. Ein solcher Vorwurf wäre hart, aber nicht komplett unangebracht. Über die Hälfte des Albums scheint sich vor der metaphorischen „Bang“-Party nicht gut abgesprochen zu haben, sodass alle im selben Dress erscheinen und sich zum Verwechseln ähnlichsehen. Ohne die Ausnahme-Melodien eines „Long Long Way“ oder „Society“ verstecken sich Unterschiede statt sich hervorzutun.

Doch auch falls „Bang“ in keiner Bestenliste außerhalb Schwedens landet, erreicht das Album etwas, das Kritiker Mando Diao wohl kaum noch zugetraut hätten. „Bang“ ist ein Album ohne Längen, das seine Schwächen zu kennen scheint und sich selbst zeitlich limitiert, um der Langeweile vorzubeugen. Der Quasi-Titeltrack „I Bang My Head“ untermauert diesen Eindruck, wenn die im Kern mitreißende Melodie ohne weitere Ideen und interessante Richtungen nach gut zwei Minuten einfach aufhört. Es scheint, als wüssten Mando Diao immer noch nicht, was ihr Ziel sein soll. Auf „Bang“ macht der Weg dorthin aber immerhin wieder Spaß.

Anspieltipps:

  • Long Long Way
  • Society
  • Don’t Tell Me

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