Robert Randolph & The Family Band - Brighter Days - Cover
Große Ansicht

Robert Randolph & The Family Band Brighter Days


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

In Europa immer noch ein Geheimtipp, liefern Robert Randolph & The Family Band mit „Brighter Days“ ein Album, das diesen Status hoffentlich verändert.

Die amerikanische Funk-, Soul- und Bluesrockformation um Robert Randolph ist 16 Jahre nach ihrem ersten Studioalbum „Unclassified“, damals sogar von Stefan Raab und TV Total beworben, nicht mehr aus der aktuellen Szene der traditionellen amerikanischen Musik wegzudenken. Grammy-Nominierungen und Songs in Film und Fernsehen sind mittlerweile Standard für den 42-jährigen und seine Family-Band. Dabei spielt der Bandleader mit der Lapsteel ein doch eher unpopuläres Instrument. Nun erscheint das neue Album von Robert Randolph & The Family Band. „Brighter Days“ wurde von Dave Cobb produziert, der mittlerweile gefühlt jedes zweite Album aus den Bereichen Rock, Country, Blues und allem was in diesem Fahrwasser tönt.

Wie eine Lapsteel wild und eindringlich gespielt klingen kann verrät direkt der Opener „Baptise Me“. Trotz verzerrter Licks kommt der Opener etwas handzahm daher. Das deutlich flottere „Don’t Fight It“ mit noch viel mehr Lapsteel-Salven wäre die bessere Wahl gewesen, das Album zu eröffnen. Mit „Simple Man“, einem alten Bluesgospel der Staples, erreicht Randolph dann den ersten Höhepunkt. Gefühlvolle Slide-Läufe unterstreichen seine sanfte Stimme und verschmelzen den Gesamtsound zu einer Mischung aus Blues, Gospel und Country. „Have Mercy“ ist nicht nur textlich im Gospel zu verorten. Das Duett mit seiner Schwester Lenesha Randolph zeigt, wo die beiden das Singen gelernt haben.

In „Cut Em Loose“ wird leider Cobbs Einfluss etwas zu groß und die Family Band klingt allzu sehr nach den Retrorockern von den Rival Sons und ist der Schwachpunkt der Platte. Nach den ruhigeren „Cry Over Me“ und „I Need You“ wird es mit „I’m Living Off The Love You Give“ etwas funkiger und lauter, bevor mit dem lebhaften und mitreißenden „Strange Train“ das Album mit einem weiteren Highlight beendet wird. Auf Albumlänge gesehen fehlt vielleicht noch der ein oder andere schnellere Song, aber Robert Randolph & The Family Band wissen auch mit den ruhigeren Nummern zu überzeugen. So wird „Brighter Days“ zu einem insgesamt homogenen und auch guten Album zwischen Blues, Funk, Gospel und Soul.

Anspieltipps:

  • Don’t Fight It
  • Simple Man
  • I’m Living Off The Love You Give
  • Strange Train

Neue Kritiken im Genre „Blues“
Diskutiere über „Robert Randolph & The Family Band“
comments powered by Disqus