Blink-182 - Nine - Cover
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Blink-182 Nine


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Blink-182 liefern keine übers Knie gebrochenen Überraschungen ab, sondern 15 Dreiminüter, die an alte Zeiten anknüpfen, ohne die Albernheiten der Frühphase zu wiederholen.

Die kalifornischen Spaß-Punks von Blink-182, die seit 2015 in der Formation Mark Hoppus (Gesang, Bass), Matt Skiba (Gitarre, Gesang) und Travis Barker (Schlagzeug) auftreten, melden sich drei Jahre nach dem „California“-Album (07/2016) mit dem von John Feldmann (Good Charlotte, The Used, 311, The Faim, All Time Low, Goldfinger, Godsmack) produzierten „Nine“-Longplayer zurück. Trotz des eindeutigen Titels, ist es das achte Studioalbum des Trios, das sein Independent-Zwischenspiel damit beendet hat und Columbia Records zu einem der drei Majorlabel zurückgekehrt ist.

Eine Band, die mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft hat, ist eben auch heuer noch interessant für die Großindustrie, auch wenn sich die Gesetzmäßigkeiten der Branche verschoben haben und die Verkaufszahlen von „Enema Of The State“ (06/1999) oder auch „Take Off Your Pants And Jacket“ (06/2001) kaum noch realisierbar sind. Da sich Blink-182 mit „California“ aber wieder auf dem aufsteigenden Ast präsentierten, macht dieser Schritt absolut Sinn. Und Blink-182 sind durchaus gewillt, sich dem Marktumfeld anzupassen. So waren der anfängliche Kompositions- und Aufnahmeprozess von „Nine“ zum Beispiel von HipHop/Rap-Einflüssen geprägt, die sich in Kollaborationen mit Lil Wayne, Pharrell Williams und The Futuristics niedergeschlagen haben.

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Als Punkrock-Fan kann man da schon mal Schnappatmung bekommen. Doch am Ende wird der Braten nicht so heiß gegessen, wie er aus der Röhre kommt. Deshalb kommt hier (puh!) die Entwarnung: Blink-182 machen auch auf „Nine“ das, was sie am besten können – und zwar poppig-eingängigen, energiegeladenen Punkrock, der, eingebettet in eine satte Produktion, genau wie früher potenzielle Hitsingles wie „Darkside“ oder auch „Generational divide“ abwirft. Dass die Refrains und Hooks in diesem Kontext maximal aufdringlich („Black rain“) und die Riffs nie zu wuchtig sind („I really whish I hated you“), versteht sich von selbst.

Damit liefern Blink-182 keine übers Knie gebrochenen Überraschungen ab, sondern 15 Dreiminüter, die an alte Zeiten anknüpfen, ohne die Albernheiten ihrer Frühphase zu wiederholen. Schließlich sind auch Blink-182 inzwischen in einem Musikeralter, in dem schale Pennäler Witze einfach nur noch peinlich sind. In diesem Sinne hat das Trio alles richtig gemacht und ein mehr als solides Lebenszeichen mit Blick in die Zukunft abgeliefert.

Anspieltipps:

  • Heaven
  • Ransom
  • Darkside
  • The first time
  • Generational divide
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