Prince - The Versace Experience (Prelude 2 Gold) - Cover
Große Ansicht

Prince The Versace Experience (Prelude 2 Gold)


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 33 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Prince-Sammler, die bisher kein Glück bei der Raritätenjagd oder zu wenig Kohle auf Tasche hatten, bekommen nun das verschollene 1995er Kassetten-Album (!) kostengünstig auf CD und Vinyl serviert.

Nach der Veröffentlichung des „Originals“-Albums über Warner Music im Juni dieses Jahres, steht nun schon die nächste Welle aus der Archivpflege und Räumungsaktion des Prince Estate an. Diesmal gibt es aus dem Hause Legacy Records/Sony Music die Wiederveröffentlichungen der beiden 1996er Longplayer „Chaos And Disorder“ und „Emancipation“ sowie des im Prinzip nie offiziell veröffentlichten „The Versace Experience“-Werks, bevor im November wieder Warner Music mit einem feudalen Deluxe-Box-Set des „1999“-Albums an der Reihe ist. Auf diese Weise werden Fans und Sammler wohl noch viele Jahre die Chance haben, ihre Prince-Sammlung auszudehnen und zu vervollständigen.

Prince liebte ausgefallene Klamotten und Designerware. Deshalb bot es sich förmlich an, seine Musik und die Modewelt miteinander zu verbinden und mit gezielten Aktionen für Promotionzwecke zu nutzen. So versorgte Prince die Besucher der Laufsteg-Show des italienischen Modeschöpfers Gianni Versace während der Pariser Fashion Week im Juli 1995 mit einer geheimnisvollen, limitierten Audio-Kassette, die erste Einblicke in sein kommendes Album „The Gold Experience“ (09/1995) enthielt. Die Zusammenstellung war passenderweise „The Versace Experience (Prelude 2 Gold)“ betitelt und enthielt bis dahin unveröffentlichtes Material von The New Power Generation, The NPG Orchestra und dem Jazz-Fusion-Projekt Madhouse.

Bild

Da die meisten Tracks in den Versionen von „The Versace Experience (Prelude 2 Gold)“ nirgendwo anders auftauchten, entwickelte sich die Audio-Kassette zu einem gesuchten Sammlerstück. Erst zum diesjährigen Record Store Day wurde das Objekt der Begierde wieder zugänglich gemacht. Jedenfalls für 4.000 glückliche Sammler. Denn auch der Re-Release der Kassette war streng limitiert. Damit nun auch all diejenigen in den Genuss des lang verschollenen Albums kommen können, die beim Record Store Day kein Glück mit der Zuteilung der Ware hatten, liegt „The Versace Experience (Prelude 2 Gold)“ jetzt auch auf CD und Vinyl vor.

Nicht alle Songs von „The Versace Experience (Prelude 2 Gold)“ gelten als Raritäten, wohl aber die verwendeten Versionen. So hören wir diverse Verboten des „The Gold Experience“-Longplayers, wie den im 80er Jahre HipHop/Funk-Style gehaltenen Track „Pussy control“, die Ballade „Eye hate U“ oder auch den Funk-Rock-Kracher „319“, wobei das Werk einen deutlichen Mixtape-Charakter besitzt und damit nicht an ein rund klingendes Album heranreicht. Die zum Teil als „x-cerpt“ enthaltenen Stücke wirken wie willkürliche Fragmente und stellen damit wirklich nur für Hardcore-Fans einen Wert dar.

Das passt zum gesamten Umfeld der damaligen Zeit. Denn „The Gold Experience“ zählt zu den problemtischten Werken in der Prince-Historie. Der Meister befand sich im Streit mit seiner Plattenfirma und fühlte sich als Sklave der Industrie. Im Verdruss legte Prince seinen Namen ab, rasierte sich das Wort „Slave“ in den Bart und legte sich ein unaussprechliches Symbol als Künstlernamen zu, unter dem er fortan auftrat. Im heutigen Internet-Zeitalter würde es so etwas nicht mehr geben. Wer braucht zum Vertrieb von Musik Schließlich noch Plattenfirmen? Auch da war Prince vor 20 Jahren bereits ein Vorreiter mit seinem legendären NPG Music Club. Eine geile Zeit.

Anspieltipps:

  • 319
  • Gold
  • Pussy control
  • Billy Jack bitch
Neue Kritiken im Genre „Rock/Pop“
6.5/10

The Blanck Mass Sessions
  • 2019    
Diskutiere über „Prince“
comments powered by Disqus