Phil Campbell - Old Lions Still Roar - Cover
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Phil Campbell Old Lions Still Roar


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der langjährige musikalische Partner von Lemmy Kilmister (Motörhead) wird auf seinem Soloalbum von illustren Gastsängern unterstützt.

Mehr als 30 Jahre war er der Gitarrist an der Seite von Lemmy. Trotzdem wollte ihn die, zugegebenermaßen ohnehin eher fragwürdige, Rock’n’Roll Hall Of Fame im Zuge der Nominierung für Motörhead nicht mit aufnehmen. Mittlerweile haben sich die Anzugträger umentschieden und erkennen neben der Originalbesetzung auch Phil Campbell und Mikkey Dee, mittlerweile bei den Scorpions an. Daher hätte es eigentlich gar nicht viel besser für Campbell laufen können, hat er so doch ungeahnte Promo für sein nun erscheinendes erstes Soloalbum erhalten. Nach einer EP und einem vollständigen Album mit seinen Bastard Sons folgt nun sein Alleingang „Old Lions Still Roar“ mit tatkräftiger Unterstützung vieler namhafter Kollegen.

Anhand der Gästeliste mit illustren Namen verwundert es, dass der 58-jährige sein erstes Soloalbum mit der countryeske Akustiknummer „Rocking Chair“ eröffnet, die vom eher unbekannte Leon Stanford gesungen wird. Mit grungigen Einflüssen gibt Campbell eine gute Figur ab und wenn er eins von Lemmy gelernt hat, dann dass Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden müssen. „Straight Up“ mit Rob Halford macht dann seinem Namen alle Ehre und klingt so, wie man es vom Motörhead-Gitarristen erwarten würde. Ein treibender Rocker zwischen seinem früheren Betätigungsfeld, AC/DC und dem Heavy Rock der Achtziger. Einen ähnlichen Vibe, wenn auch deutlicher im Rock’n’Roll verwurzelt tönt das von Alice Cooper eingesungene „Swing It“.

Überraschend kommt „Left For Dead“ daher. Mit dem auch eher unter dem Radar laufenden Skin-Sänger Nev MacDonald kredenzt der Gitarrist eine Semiballade, die Bon Jovi oder Bryan Adams so schon lange nicht mehr zustande gebracht haben. Deutlich härter und sperriger wird es in „Walk The Talk“ mit Nick Oliveri, der gesanglich teilweise an Danko Jones erinnert. Mit Cowbell, einem klassischen Rockriff und Dee Snider am Mikrofon wird „These Old Boots“ zu einem Highlight und wohl auch auf zukünftigen Konzerten eine gute Figur machen. Mit Ugly Kid Joes Whitfield Crane gerät auch das düstere und harte „Dancing Dogs“ zu einem Höhepunkt, „Dead Roses“ mit Skindred-Frontmann Benji Webbe überrascht als vom Klavier getragene Ballade

Dass Phil Campbell schon zu Motörhead-Zeiten einen Großteil der Songs schrieb, sollte jedem klar sein, der mal einen Blick in ein Booklet geworfen hat. Auf seinem ersten Soloalbum kann er im Gegensatz zu seinen Ausflügen mit den Bastard Sons, die doch sehr im Sound seiner ehemaligen Hauptband verankert sind, noch mehr variieren. Klar, erinnert einiges an seine Zeit mit Lemmy, doch mit einer Klavierballade, einer Akustiknummer oder einem radiokompatiblen Rocksong, oder dem ruhigen Instrumentalrausschmeißer „Tears From A Glass Eye“ deckt Campbell ein breiteres Spektrum ab als jemals zuvor.

Anspieltipps:

  • Straight Up
  • These Old Boots
  • Dancing Dogs

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