Michael Kiwanuka - Kiwanuka - Cover
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Michael Kiwanuka Kiwanuka


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Michael Kiwanuka bietet auf seinem dritten Album Musik mit Anspruch, ohne dabei abgehoben und verkopft zu wirken.

Der in London geborene Soulsänger Michael Kiwanuka (32) kennt seit dem Start seiner Solokarriere im Jahr 2011 nur einen Weg, der ihn steil nach oben in den britischen Charts führte und zahlreiche Nominierungen für die größten Musik-Awards einbrachte. Das Ganze gelang ihm ohne die üblichen Anbiederungen an den Mainstream und von der Plattenfirma aufgezwungenen Kollaborationen. Stattdessen hielt er stets an seinem vom Folk und Soul der 70er Jahre inspirierten Sound fest und legt nun mit „Kiwanuka“ seinen dritten Longplayer vor, der wie schon der Vorgänger „Love & Hate“ (07/2016) von Brian „Danger Mouse“ Burton (U2, Jay-Z, Beck, Norah Jones) und Dean „Inflo“ Josiah (Belle And Sebastian, The Kooks, Tom Odell) produziert wurde.

Wiederum zogen sich die Arbeiten an dem Album über einen Zeitraum von zwei Jahren hin und ebenfalls wiederkehrend ist der Sound, der tief in den Siebzigern verwurzelt ist und stilistisch lediglich um Nuancen modifiziert wurde. So wurde bei den Aufnahmen in New York, Los Angeles und London auf opulente Orchesterklänge zurückgegriffen („Final days“), die dem Album in Kombination mit einer dezenten Psychedelik („Hard to say goodbye“) sowie den eingeschobenen Interludes („Another human being“) und Intros („Piano joint“) fast schon einen fließenden Hörspielcharakter verleihen.

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Zusammen mit einem analog klingenden, streckenweise leicht verrauscht wirkenden Sound, der so authentisch ist, als würde der Hörer einen Longplayer aus den 60er/70er Jahren auflegen, erzeugt Michael Kiwanuka eine Atmosphäre, die von Anfang bis Ende funktioniert und ein durch und durch spannendes Werk ergibt, das so viel Strahlkraft besitzt, dass man dem Briten zutrauen darf, ein neues Soul-Revival zu entfachen, so wie es The Weeknd und Frank Ocean für den R&B und Kamasi Washington für den Jazz getan haben.

„Kiwanuka“ serviert dem Hörer auf seinem dritten Longplayer eine Mischung aus Stücken, die auf der einen Seite einschmeichelnd und eingängig daherkommen („Final days“, „Solid ground“) und auf der anderen Seite fordernd und mitunter anstrengend sind („Hard to say goodbye“, „Piano joint“). Diese Ausgewogenheit führt dazu, dass sich „Kiwanuka“ angenehm progressiv vom wöchentlichen Einheitsbrei abhebt, ohne selbst als abgehoben und verkopft zu gelten, sprich: Eine absolute Ausnahmeerscheinung.

Anspieltipps:

  • Hero
  • Final days
  • Solid ground
  • Hard to say goodbye
  • You ain’t the problem
  • Credit Header-Bild: Olivia Rose

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