Bror Gunnar Jansson - They Found My Body In The Bag - Cover
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Bror Gunnar Jansson They Found My Body In The Bag


  • Label: Playground/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
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Bror Gunnar Jansson probiert seine unkonventionelle Blues-Formel an Stoner-Arrangements aus.

Bror Gunnar Jansson aus Schweden gleicht einer Ton-Bild-Schere. Wir sehen einen geschniegelten Mann, der auch vor einhundert Jahren einen schnieken Eindruck hätte hinterlassen können. Dieser Mann gibt sich wiederum den rauen, unbehandelten Klängen des Blues und der Stoner hin. Mit bis zu zwölf Minuten langen Tracks erschafft Jansson einen äußerst merkwürdigen Abwärtsstrudel von eingängigem Blues hinunter in Stoner-Katakomben. Ohne bessere Aufklärung dürfen Hörer davon ausgehen, dass den Musiker nach drei Liedern die Lust am Blues verließ.

Bis zu „Trains And Nights“ überrascht Bror Gunnar Jansson Neulinge mit erstaunlich amerikanischem Blues, der sich nicht scheut, den eigenen Sound in den Staub zu schmettern. Die knarzenden Gitarren und das scheppernde Schlagzeug entfachen mit Janssons nölendem Gesang einen glaubwürdigen Mix, dem die Arrangements nicht vollends gerecht werden. Mit einer weiblichen Gaststimme in „Trains And Nights“ weitet Jansson zwar den Horizont, doch insgesamt ziehen die Blues-Stücke an Hörern vorbei, ohne Spuren hinterlassen zu können.

Der Wandel zum Stoner Rock lässt sich mit „Stalker“ aber nicht allein deswegen leicht begrüßen. In „Stalker“ greift der Schwede seine schmutzigen Fundamente auf und kreiert einen mitreißenden Rockstrudel, der eine verspätete Entwicklung der zu Beginn gespielten Musik vermuten lässt. Diese Transformation kann das schwächere „Stay Out All Night Long“ zumindest aufrecht erhalten, bevor esoterische Prärie-Klänge mit ein, zwei Gitarrenausbrüchen im Stoner-Allerlei versinken. Mit „Det Stora Oväsendet“ verliert Jansson den Faden und vermutlich auch einige Hörer, weil er statt einer Fortführung alles aus dem Fenster wirft, was „They Found My Body In A Bag“ sowieso schon unbeholfen aufgebaut hat.

Das Album gleicht zum Ende hin mehreren Jam-Sessions, bei denen das Credo scheinbar war, die Ideen der Vorwoche zu verwerfen. Bei Bror Gunnar Jansson schlagen mindestens zwei Herzen in der Brust, die sich uneins sind, was sie im Jahr 2019 ausdrücken wollen. Die Leidtragenden sind die Zuhörer, die einem Künstler dabei folgen, wie er mehrere Wege anfängt, ohne einen von ihnen bis zum Ende zu gehen.

Anspieltipps:

  • Stalker
  • Trains And Nights
  • Machine

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