Eko & Vinda Folio - Therapy - Cover
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Eko & Vinda Folio Therapy


  • Label: Talitres/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eko & Vinda Folio aus Georgien zeigen, dass sie sich technisch nicht vor den Musik-Hochburgen der Welt verstecken müssen. Das Gespür für fertige Songs fehlt ihnen zum großen Durchbruch aber noch.

Eine gute Minute dauert es, bis unvorbereitete Hörer überrascht aufhorchen. „Therapy“ ist ein gewöhnliches, routiniertes und treibendes Rock-Album mit entspannter Note, das aus Georgien kommt. Die Landessprache von Eko & Vinda Folio verrät das und macht den einzigen Unterschied zu Importen aus den USA aus. In gewisser Weise ist die fehlende Exotik des Albums erfrischend. Normalerweise sind Bands aus Ländern wie Georgien nur dann für Europa interessant, wenn sie ein wenig verrückt klingen. Folklore, farbenfrohe oder auch furchterregende Auftritte und One-Hit-Wonders füllen ansonsten die Listen der Künstler aus „kleinen“ Ländern.

Nun ist „Therapy“ ein Album, an dem niemand etwas auszusetzen haben wird, an das sich aber auch niemand erinnern wird. Der angenehm brave Klang der Band ist die perfekte Hintergrundmusik, die auch aus schönen Elementen wie den Gitarren in „Ramble Around“ nicht viel machen. Beinahe könnten Hörer vermuten, dass Eko & Vinda Folio aktiv gegen Ohrwürmer ansetzen, um die Entspannung der eigenen Musik nicht zu untergraben. Dafür fehlt den fraglos zurück gelehnt klingenden dann aber der Fokus auf die hypnotische Wirkung von Wiederholungen. Das Gefühl, das die Georgier einen Titel beginnen, aber nicht bis zum Ende ausspielen, bleibt oftmals haften.

Mit diesem Makel kann das in Ansätzen gute „Therapy“ nie komplett abheben, sodass ein Gleiten in „Lucid Thoughts“ gerne als Höhepunkt angenommen wird. Wenn die Band den Instrumenten Vorrang gibt und diese sich über den Gesang hinwegsetzen dürfen, lassen sich die Stärken von Eko & Vinda Folio genießen. Ansonsten driften Hörer wie die Musik selbst vom Kern ab und schunkeln zu den „Therapy“-Klängen, ohne weiter über die Musik nachzudenken. Und im schlimmsten Fall erinnern sie sich nicht mal daran, das Album je gehört zu haben.

Anspieltipps:

  • Lucid Thoughts
  • Ramble Around
  • He Was All Of Them

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