Femme Schmidt - The Luv Project - Cover
Große Ansicht

Femme Schmidt The Luv Project


  • Label: Luv Records/CARGO
  • Laufzeit: 25 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein schmaler Grat zwischen Kunst und Kitsch, als träfen Lana Del Rey und The Velvet Undergound aufeinander

Elisa Sophia „Femme“ Schmidt (29) tauchte vor acht Jahren in der Musikszene auf und machte sofort von sich reden, weil sie ihre Musik nicht zwingend für ein Massenpublikum schrieb und trotzdem auf einem Majorlabel erschien. Mit einer Mischung aus Pop, Cabaret, Blues, Gospel und Jazz verkörperte Femme Schmidt den Zeitgeist der 20er Jahre, verbunden mit einer ganz besonderen Aura. Im Prinzip war klar: Hier kommt das „Next big Thing“ aus Germany.

Schon im zarten Alter von 20 Jahren unterzeichnete Femme Schmidt einen Vertrag bei Warner Music und siedelte zeitweise in die britische Metropole London um. Ihre Debüt-EP sowie ihr erstes Album wurden von Guy Chambers (u.a. Robbie Williams, Katie Melua, Melanie C, Tom Jones) produziert. Ihre Songs wurden in Fernseh- („Tatort“) und Kinofilmen („SMS für dich“) platziert und sie supportete Melanie C, Elton John, Lionel Richie, Bryan Ferry, Coldplay auf deren Tourneen.

Es war offensichtlich, dass Warner Music Femme Schmidt als Künstlerin scheinbar langfristig aufbauen wollte und entsprechend in sie investierte. In den Charts performte sie dennoch zu keiner Zeit wirklich bemerkenswert. Und so heißt es nun, 3½ Jahre nach dem „RAW“-Album (03/2016), ziemlich lapidar, dass Femme Schmidt mit „The Luv Project“ ihr erstes Indie-Werk aufgenommen hat, auf dem sie Vorbildern wie Mazzy Star und The Jesus And Mary Chain nacheifern würde. Mit lediglich sieben Stücken und einer Spielzeit von 25 Minuten wird dabei gerade einmal die Marke einer besser bestückten EP erreicht. Also alles zurück auf Anfang, wie bei der „Above Sin City“-EP?

Die Songs auf „The Luc Project“ fallen durch reduzierte Arrangements auf („Phantom limbs on broken hearts“), die trotzdem melodieorientiert sind („Where do we go now“) und dabei streckenweise wie eine künstlerische Liaison zwischen Lana Del Rey und The Velvet Underground wirken („Communicate“). Mit diesem Kniff baut Femme Schmidt eine spezielle Atmosphäre auf, die allerdings auch nicht besonders abwechslungsreich ist und zum Schluss nur noch sehr bemüht vor sich hinplätschert („Try“). Dadurch fühlt sich der Konsument ein wenig hin und hergerissen, da der Grat zwischen inszenierter Kunst und ungewolltem Kitsch auf diesem Mini-Album sehr schmal ist und den Hörer irgendwie unzufrieden zurücklässt.

Anspieltipps:

  • Blue lips
  • Communicate
  • Where do we go now
Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Glück
  • 2019    
Diskutiere über „Femme Schmidt“
comments powered by Disqus