Howard Carpendale - Symphonie Meines Lebens - Cover
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Howard Carpendale Symphonie Meines Lebens


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Symphonie meines Lebens“ - oder: Wenn die Idee eines „Pop bzw. Schlager meets Orchester“-Albums mal aufgeht.

Eine Karriere zu beenden, insbesondere, wenn sie so erfolgreich war wie die von Howard Carpendale (73), ist nicht leicht. Scheinbar spielend findet sich immer wieder ein Grund, um noch ein paar Jährchen dranzuhängen, obwohl der Abschied bereits verkündet war. Und so reihen sich auch nach 50 Jahren und mehr als 700 aufgenommenen Liedern Album und Tour wie in alten Zeiten aneinander, was für das aktuelle Jahr die Veröffentlichung des Orchester-Longplayers „Symphonie meines Lebens“ und für das kommende Jahr eine ausgedehnte Konzertreise bedeutet.

Außerdem: Wer sagt denn, dass man sich nicht auch im hohen Musikeralter noch ein paar Träume erfüllen kann? Also zum Beispiel in den berühmten Abbey Road Studios in London aufnehmen, wo u.a. schon die Beatles und Pink Floyd ihre Zauberwerke eingespielt haben, mit dem Produzenten-Duo James Morgan und Juliette Pochin (Gregory Porter, Pete Townshend, Cliff Richard) zusammenarbeiten und mit dem Royal Philharmonic Orchestra zu musizieren. Die Möglichkeiten sind vielfältig und Howard Carpendale hat sich einfach mal ein paar Herzenswünsche erfüllt.

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Natürlich ist Howard Carpendale nicht der erste Sänger aus dem Bereich der Populär-Musik, der mit einem Orchester zusammengearbeitet hat. Und er ist auch nicht der Erste, der mit der Orchester-Unterstützung lediglich seine größten Hits neu vertont hat, anstatt frische Kompositionen im klassischen Stil aufzunehmen. Neue Zielgruppen wird der 73-Jährige mit „Symphonie meines Lebens“ ganz gewiss auch nicht erschließen. Also bleibt für seine Fans wenigstens ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, das knapp ein Dutzend der vielen unauslöschlichen Hits in neuen Gewändern präsentiert.

Dabei hat Howard Carpendale auf jeden Fall von seinen vielen Vorgängern gelernt, die live oder im Studio mit Orchester-Begleitung arbeiteten: Im Gegensatz zu ihnen stellt er die Performance des Orchesters in den Vordergrund und sang danach seine Parts darüber. Damit wird die übliche Konkurrenzsituation vermieden, bei der das Orchester immer arg bemüht gegen den Pop- bzw. Rockstar anspielen musste und am Ende nur ein großer Klangmatsch herauskam. So stehen auf „Symphonie meines Lebens“ zum Glück die neuen Arrangements im Vordergrund, woraus sich tatsächlich ein Mehrwert der, Verzeihung, ollen Kamellen ergibt.

Auf der kommenden Tour wird man dies leider nicht hören, da diese ohne Orchester stattfindet. Das ist schade, aber aus logistischen und Kostengründen nachvollziehbar. Das ändert aber nichts daran, dass „Symphonie meines Lebens“ hervorragend klingt und der Verfasser dieser Zeilen eine Träne im Knopfloch hat: Mensch Howie, isch frag misch, wo isch ohne disch wohl wär.

Anspieltipps:

  • Ti Amo
  • Hello again
  • Es geht um mehr
  • Nachts, wenn alles schläft
  • Eine Nacht in New York City
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