Green Day - Father Of All... - Cover
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Green Day Father Of All...


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 26 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das 13. Studioalbum von Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool ist zu weiten Teilen völlig belangloser Mist aus den Köpfen gelangweilter Millionäre.

3½ Jahre nach „Revolution Radio“ (10/2016), mit dem Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool den Irrsinn ihrer „Uno! Dos! Tré!“-Trilogie aus dem Jahr 2012 wieder ausbügeln konnten, präsentieren Green Day mit „Father Of All Motherfuckers“ (so der komplette, aber zensierte Titel) ihr mittlerweile 13. Studiowerk. Mit einer Spielzeit von lediglich 26 Minuten ist es das kürzeste Werk in der mehr als 30-jährigen Bandgeschichte und damit wohl auch so etwas wie eine Rückkehr zu den Wurzeln in den späten 80er Jahren und eine Abkehr vom ausufernden Stadion-Bombast der „American Idiot“- (09/2004) und „21st Century Breakdown“-Phase (05/2009).

So ist jedenfalls der Grundgedanke, der viele Fans erfreuen dürfte. Natürlich muss aber auch die Frage gestattet sein, warum die Verantwortlichen von Warner Music für ein Produkt mit einer mehr als unterdurchschnittlichen Spieldauer ihren gewohnt kernigen und nicht gerade verbraucherfreundlichen Handelsabgabepreis aufrufen. Für so viel Asche müssen Green Day und Produzent Butch Walker (SR-71, Avril Lavigne, P!nk, Rob Thomas, Fall Out Boy, Train) in 26 Minuten ganz schön liefern.

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Mit ihren Zwei-Minuten-Songs treffen Green Day zwar den Kern des Punkrock, gehen dabei aber wie gewohnt sehr poppig zu Werke. Das wäre nicht schlimm, wenn das Trio nicht auch noch vergessen hätte, anständige Riffs zu schreiben. Dadurch gerät auch der letzte Rest ihrer Punk-Attitüde ins Wanken. Stattdessen versuchen sich Green Day an Beach-Boys-Melodien („Oh yeah!“), Garagen-Fun-Rock á la Weezer („I was a teenage teenager“), Elvis-Rock’n’Roll („Stab you in the heart“) und schlecht getarnten Selbstplagiaten („Junkies on a high“). Damit haben vielleicht ein paar gelangweilte Multimillionäre ihren Spaß, der geneigte Konsument fragt sich dagegen, wer Green Day diesen erneuten Ausfall verzeihen soll.

Green Day vollbringen mit „Father Of All…“ das Kunststück, dem Hörer schon nach drei Songs auf den Zeiger zu gehen. Denn so infantil, harm- und seelenlos ist einem das Trio bis dato noch nie begegnet. Wer dagegen auf Kirmesmelodien zum Mitklatschen und lyrischen Dünnschiss steht, wird sich unter Umständen gut unterhalten fühlen von einem „Longplayer“, der vermutlich nur aus vertraglichen Pflichten das Licht der Welt erblickt hat und sich nur deshalb verkaufen wird, weil Green Day auf der Verpackung steht. Fazit: Purer Etikettenschwindel!

Anspieltipps:

  • Father of all…
  • Junkies on a high
  • Stab you in the heart
  • I was a teenage teenager
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