Celine Dion - Courage - Cover
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Celine Dion Courage


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 71 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
3.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Courage“ ist ein völlig indiskutables Balladenalbum mit 20 Songs, von denen einer nichtssagender als der andere ist.

Darauf haben ihre Fans lange gewartet: Celine Dion hat sich endlich von ihrem exzessivem Tour-Leben losgerissen und neue Musik eingespielt. Fast genau sechs Jahre nach ihrem letzten englischsprachigen Longplayer „Loved Me Back To Life“ (11/2013) und drei Jahre nach dem französischsprachigen „Encore Un Soir“ (08/2016), steht deshalb mit „Courage“ ein neues Werk an. Für die diesmal wieder englischsprachigen Lieder wurde der 51-Jährigen bergeweise Songmaterial angeboten, sodass die Deluxe-Ausgabe von „Courage“ mit sage und schreibe 20 (!) Tracks ausgestattet werden konnte (die Japan-Edition hat sogar noch einen mehr). Diese wurden u.a. von David Guetta, Steve Aoki, The Stereotypes, StarGate, Greg Wells, Sia., Greg Kurstin, DallasK sowie Eg White produziert und geschrieben und die Celine-Dion-typische Mischung aus Balladen und Popsongs ergeben.

So weit, so vorhersehbar. Und trotzdem gerät der Auftakt mit „Flying on my own“ überraschend, da sich Celine Dion einen knackigen Dance-Track (!) aus schwedischer Schmiede (Jörgen Elofsson) schreiben ließ. Und siehe da, auch die folgende Ballade „Lovers never die“ versucht ein paar moderne Elemente in die noch nicht einmal drei Minuten Spielzeit zu pressen. Doch das muss erst mal in Sachen Innovationen reichen. Denn „Falling in love again“ als selbstbemitleidende Pianoballade, „Lying down“ als bombastische Hymne und „Courage“ (ebenfalls eine Pianoballade!) könnten in dieser Form auch aus den 90er Jahren stammen.

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„Imperfections“ setzt den Balladen-Wahnsinn fort, fällt aber im Vergleich einen Tick flotter aus, weil die Produzenten ein paar Beats verbaut haben. Ins gleiche Horn schlägt „Change my mind“: Gemäßigtes Tempo, etwas dickere Beats und eine raumgreifende Melodie sollen es richten, versinken aber ebenso wie „Say yes“, „Nobody’s watching“ oder auch „The chase“ in einem balladesken Morast, der das Gehirn des gepeinigten Hörer komplett zu vernebeln droht. Andere Alben haben an dieser Stelle zum Glück ihr Ende erreicht. Nicht so „Courage“. Celine Dion hetzt weiter von Song zu Song, von denen einer nichtssagender als der andere ist. Welch eine Qual!

Die Liste der Nichtigkeiten auf „Courage“ fällt lang aus. Sehr lang sogar. In der zweiten Album-Hälfte noch schlimmer als in der ersten. Selbst Hardcore-Fans dürften an Songs wie „For the lover that I lost“, „I will be stronger“ und „Look at us now“ schwer zu knabbern haben, da sie bis auf Durchhalteparolen nichts Künstlerisches auszudrücken vermögen. Mit dieser indiskutablen Leistung unterbietet Celine Dion das eh schon gruselige „Loved Me Back To Life“-Album noch einmal krachend und hinterlässt den Hörer kopfschüttelnd und frustriert.

Anspieltipps:

  • Boundaries
  • Heart of glass
  • Perfect goodye
  • Look at us now
  • Flying on my own
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