Screamer - Highway Of Heroes - Cover
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Screamer Highway Of Heroes


  • Label: The Sign Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Jede große Rockband findet ihre Epigonen. Screamer schielen in Richtung Judas Priest.

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Bands etabliert, die sich mehr als deutlich an ihren großen Vorbildern orientieren. So scheint es für jede größere Rockband ein jüngeres Pendant zu geben. Airbourne bedienen sich mehr als deutlich bei ihren Landsmännern von AC/DC, Greta Van Fleet kopieren Led Zeppelin, Orchid, mittlerweile zwar in der Versenkung verschwunden, klangen teilweise allzu sehr nach Black Sabbath und bei Monument konnte man an einigen Stellen ein altes Iron Maiden-Outtake vermuten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich oder eigenständig scheint es auf jeden Fall einen Markt für solche Bands zu geben.

Screamer aus Schweden, wo sonst sollen sie auch herkommen, nennen ihre Musik Full Throttle Heavy Metal. Eine Bezeichnung die wohl auch für Judas Priest gelten mag. Die Heavy Metal-Urgesteine sind nämlich eine der großen Inspirationsquellen für den sympathischen Fünfer. Nicht ganz so durchgängig wie einige ihrer Kollegen, aber mitunter doch recht deutlich klingen ihre Vorbilder durch. In den Strophen des Openers „Ride On“ klingt Sänger Andreas Wikström in den tieferen Lagen noch etwas wie Zakk Wylde, in den höheren Screams kommt das große Vorbild Rob Halford dann doch zum Vorschein. Musikalisch liefern sich die Gitarristen Anton Fingal und Dejan Rosic Riffduell a la Downing und Tipton. „Sacrifice“ erinnert an Priest zu Turbo-Zeiten, während in „Halo“ nochmal zum ganz großen Gedächtnisgeriffe ausgeholt wird.

Anders als bei beispielsweise Greta Van Fleet nimmt man Screamer ihre Musik allerdings ab. Nichts klingt gekünstelt, nichts berechnend. Dazu kommt, dass Songs wie der Titelsong, mit klassischem 80ies Stadionrock-Refrain, oder die mehr an Iron Maiden erinnernden „Shadow Hunter“ oder „Towers Of Babylon“, eine weitere musikalische Nuance einbringen und die Band nicht zum reinen Tribute-Act verkommen lassen. So bleibt zu hoffen, dass Screamer mit ihrem vierten Album ein größeres Publikum errreichen, denn ewig werden die alten Helden nicht mehr weiter machen und wenn man will, dass handgemachter Heavy Metal weiterhin existiert, sollte man dem „Nachwuchs“ eine Chance geben und Gene Simmons mit seinen „Rock Is Dead“-Postulierungen Lügen strafen.

Anspieltipps:

  • Ride On
  • Halo
  • Towers Of Babylon
  • Caught In Lies

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