Julien Chang - Jules - Cover
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Julien Chang Jules


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Julien Chang ist voller Ideen, aber ohne eine ersichtliche eigene Idee.

Julien Chang ist ein Pop-Lexikon der 70er und 80er. Diese Annahme entspringt nach dem ersten Hördurchgang von „Jules“ ohne viel Fantasie. Mit dem Namen Michael Jackson werden Künstler derzeit vermutlich nicht gerne verbunden, doch was allein die Musik angeht, siedelt sich Chang in einer Zeit an, die von der Disco inspirierte Pop-Musik verherrlichte. Gleichzeitig sind die Überreste des Kraut-, Psycehdelic- und Progressive-Rock deutlich zu hören, wenn Changs Lieder in altmodisch verzerrten Klangefilden zerfließen.

Die Zutaten für ein Genießer- und Kenneralbum sind gegeben, doch was von dieser Musik nun Julien Chang ist und was bloß ein gekonnter Tribut, bleibt ein Rätsel. Wenn „Of The Past“ trotz schwachbrüstigem Gesang die Tanzbarkeit des King of Pop aufleben lässt und „Two Voices“ dank Ton-Spielereien wie Butter zu zerfließen scheint, lässt sich „auf Jules“ selten ein und derselbe Künstler ausmachen.

Chang windet sich geschickt durch ein musikalisches Jahrzehnt, klappert Rock, Soul, Pop, Funk und was ihm noch alles in die Finger kommt aber eher gewissenhaft ab, als sich auf eine Idee festzulegen und diese zu seiner eigenen zu machen. An „Butterflies For Monaco“ lässt sich gut erkennen, dass Julien Chang am liebsten drei Lieder und fünf Stilrichtungen gleichzeitig abhandeln zu wollen scheint. Dass ein fokussiertes und minimalistisches Stück wie der Closer „A Day Or Two“ stattdessen viel leichter und eindrücklicher im Kopf bleibt, beschreibt die zerrissene Seele eines Albums, das schlichtweg zu viel auf einmal will.

Anspieltipps:

  • Of The Past
  • Moving Parts
  • Memory Loss

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