Faun - Märchen & Mythen - Cover
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Faun Märchen & Mythen


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 64 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Diesmal nahm sich die Pagan-Folk-Band die heimischen Mythen für ihre tongewordene Märchenwelt vor.

Nachdem das bayerische Mittelalter-Musik- bzw. Pagan-Folk-Sextett namens Faun mit „Midgard“ (08/2016, Platz drei in den deutschen Album-Charts) seine bisher beste Hitparadenplatzierung eingefahren und im vergangenen Jahr mit „XV – Best Of Faun“ (02/2018) eine erste, nicht minder erfolgreiche Karrierewerkschau vorgelegt hat, ist es nun an der Zeit, neue fabelhafte Geschichten aus der Traum- und Zauberwelt vorzulegen. Diese passen nämlich am besten in die Herbst- und Winterzeit und entspringen diesmal bevorzugt der heimischen Märchenwelt, die im Vergleich zu den keltischen Mythen nicht minder bunt und prächtig ist.

So eröffnet „Märchen & Mythen“ in „Es war einmal“ mit Vogelgezwitscher und einem einführenden Prolog, gesprochen von Otto Mellies, den Fans sofort als die Stimme von Saruman, dem Zauberer aus „Herr der Ringe“ erkennen werden. Damit ist der Reigen für elf typische Faun-Stücke eröffnet, die sich ihre Inspiration von bekannten lyrischen Vorbildern wie „Schneewittchen“, „Aschenbrödel“, „Schneeweißchen und Rosenrot“ oder auch „Sieben Raben“ beziehen. Musikalisch bleibt dabei alles beim Alten. Faun kombinieren mittelalterliche Klänge mit dezenten modernen Zugaben, um ihrem Pagan-Folk ein eingängiges, poppiges Stilelement zu verleihen.

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Daraus ergibt sich ein glattgeschliffener Sound, mit dem sich Faun deutlich von anderen Mittelalter-Bands unterscheiden. Dies dürfte tatsächlich auch der Schlüssel des Erfolgs sein, da sich auf diese Weise ein Crossover-Potenzial ergibt, das andere Genrevertreter nicht aufweisen können – bzw. auch nicht wollen. Faun haben diesen Weg bewusst eingeschlagen und müssen nun damit leben, dass sie dafür gerne als „seicht vor sich hin dudelnder Kitsch“ deklariert werden. Dagegen hilft auch nicht die stets engagierte Suche nach neuen märchenhaften Themen, wenn sie am Ende klingen wie auf „Märchen & Mythen“.

So ist auch „Märchen & Mythen“ nicht zwingend dazu geschaffen, Nicht-Fans für die Musik von Faun zu begeistern – poppiges Crossover-Potenzial hin oder her. Denn dazu plätschern die Stücke ohne jegliche Ecken und Kanten zu selbstverliebt vor sich hin und reihen sich damit nahtlos in die spannungsarme Vorstellung auf „Midgard“ ein.

Anspieltipps:

  • Aschenbrödel
  • Sieben Raben
  • Die weiße Dame
  • Spieglein, Spieglein
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Midgard
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