Pete Wolf Band - 2084 - Cover
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Pete Wolf Band 2084


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Pete Wolf unterwirft sich auf „2084“ von Song zu Song einem anderen Genre und schafft damit ein Album ohne eigenen Charakter.

Hinter dem Namen „Pete Wolf“ verbirgt sich niemand geringeres als Schlagerkönig Wolfgang Petry (68), der sich für sein Comeback mit dem „Happy Man“-Album (2017) sowohl optisch, als auch musikalisch stark gewandelt hatte. Die Reaktionen darauf waren unerwartet gut, sodass das Projekt „Pete Wolf Band“ nun mit einem weiteren Longplayer fortgeführt wird.

Die Ambitionen der Pete Wolf Band sind auf ihrem neuen Werk groß, wenn der Roman „1984“ namensgebend für den Titel „2084“ stehen soll. Hier zeigt sich der Wille, ein Album zu schaffen, das aufrütteln soll. Der dafür gewählte Weg ist mit einem voneinander getrennten Stil-Potpourri leider gänzlich schiefgelaufen. Von unglücklicher Nutzung der englischen Sprache, die manchmal zumindest charmant unbeholfen klingt, zum fehlenden Spannungsbogen dieses Albums, fehlt „2084“ jeglicher Halt, um Hörer für sich begeistern zu können.

Im Stil der verteufelten Casting-Show-Alben hechtet Pete Wolf innerhalb von 14 Tracks durch mindestens zehn Genres, ohne sie auf eine erkennbare Weise miteinander zu vermischen. Wenn die Tracks für sich allein überragen, ist dieser Ansatz durchaus ein paar Gedanken wert, doch Pete Wolf scheint auf „2084“ damit beschäftigt, Stilrichtungen wie Classic-Rock, Americana und Folk gerecht werden zu müssen. Dabei geht den Liedern leider durchgängig eine eigene Richtung ab, sodass der Hörer sich von Lied zu Lied hangeln und sich manchmal fragen muss, ob er nicht einfach immer wieder die gleiche Ballade in leicht anderer Spielart hört.

Mit seinen Texten trifft Pete Wolf noch am ehesten einen Nerv. Auch wenn seine Ideen nicht vor umständlich geformten Wortspielen gefeit sind, bringt der unbändige Optimismus der Texte hier und da ein Lächeln ins Gesicht. Dass die Texte sich unter den vorgegebenen Standard-Melodien krümmen und verbiegen, schränkt die positive Auswirkung allerdings ein. Deshalb lässt sich „2084“ nur schwer am Stück hören, weil die Stilwechsel in Verbindung mit der fehlenden Linie des Albums ein Gefühl der Beliebigkeit erzeugen.

Vielleicht finden Hörer trotzdem den einen oder anderen Song, der sich tatsächlich in ihr Herz schleicht. Am Stück weiß „2084“ allerdings nicht zu überzeugen. Dafür fehlt sowohl eine künstlerische Eingebung, als auch ein paar Höhepunkte, die nicht lediglich Genres zitieren, sondern dort ihren eigenen Platz einfordern könnten.

Anspieltipps:

  • Broken Door
  • 2084
  • Not Coming Home

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