Turbokill - Vice World - Cover
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Turbokill Vice World


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Turbokill sind eine Band ohne Ass im Ärmel, sodass ihr Standard-Hardrock zu schnell seinen Reiz verliert.

Die harte Kurzzusammenfassung zu Turbokills „Vice World“ lautet, dass Hörer nach dem Titeltrack ihre Sound-Koffer packen und sich nach neuen Klängen umhören können. „Vice World“ ist ein Album, das von einer Stimmung und einem Tempo lebt. Die Musiker scheinen sich handwerklich übertreffen zu wollen, wofür sie unglücklicherweise immer möglichst lautes Aufbrausen wählen. Ein Instrument versucht das nächste zu übertrumpfen, weswegen der Gesang allein von Epischem singen kann. Zwischentöne finden bei Turbokill keinen Platz. Das Ergebnis ist ein lautes, vollgestopftes Album, das sich erschreckend leer anfühlt.

Es ist dem handwerklichen Geschick der Band geschuldet, dass sich niemand nach „Vice World“ zum Abschalten verpflichtet fühlen muss. Ein Gegenentwurf war beispielsweise die Band mit dem Google-Algorithmus-Gift-Namen 3, die ihrem harten Rock-Sound Luft ließen, sodass Steigerungen, explosive Solos und auch leise, aber intensive Momente ihren Platz finden konnten. Turbokill treten stattdessen die Tür ein und schlagen alles bis zum Anschlag auf, damit auch jeder mitbekommt, dass Turbokill da sind.

Hinter dieser brachialen Art verbirgt sich allerdings nicht viel. Einige Lieder beginnen mit einem eingängigen Riff (z.B. „Sail With Pirates“), um sich dann doch wieder in theatralischer Lautstärke zu verlieren. Statt ein ums andere Mal umzuhauen, erzeugt die Abwesenheit von Höhen und Tiefen eher eine Art Gleichmut. Statt zu den gekonnten Einlagen zur Luftgitarre zu greifen, lassen sich die Checklisten der Lieder ein ums andere Mal nach dem gleichen Schema abhaken.

Wenn Musik schlichtweg gut und selbstbewusst vorgetragen wird, braucht sie das Genre nicht neu zu erfinden. Bands können einem Genre und diversen Einflüssen huldigen und zwischen den großen Meisterwerken ist immer Platz für kurzweiliges Vergnügen. Hinter „Vice World“ lässt sich aber keine Vision erkennen. Turbokill spielen Hardrock. Die Band spielt eine einzige Gangart des Hardrock. Und in der vorgetragenen Form lässt sich nicht erkennen, inwiefern diese Gangart mehr als ein, zwei Lieder tragen kann, um Hörer davon zu begeistern, was die Band wahrscheinlich an Hardrock begeistert.

Anspieltipps:

  • Fortress Of The Universe
  • Sail With Pirates
  • Vice World

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