Jason Aldean - 9 - Cover
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Jason Aldean 9


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jason Aldean karikiert die Country-Musik, indem er im Rock durch 90er-Jahre-Pop-Gefilde schleift.

Jason Aldeans Album „9“ hat eine eindeutige, aber auch ernüchternde Daseinsberechtigung: seichte und romantsiche Momente von Country-Fans, die sich mit anderen Stilrichtungen schwertun. Inmitten lauter oberflächlicher Liebeslieder und 50 Metaphern für Alkohol toben sich Classic-Rock-Gitarren aus, die sich einen Cowboy-Hut aufgesetzt haben, während sie den Pop der letzten 30 Jahre zitieren. Aldean spielt ein Camouflage-Pop-Album, bei dem sich gestandene Country-Damen und -Herren einreden sollen, dass sie weiterhin ihren geliebten Country hören. Dabei ist „9“ im besten Fall eine aufgeplusterte Version der Nu-Country-Tage einer gewissen Taylor Swift.

Wo Swift bei aller Naivität in ihren Texten auf einen eigenen Charme setzen konnte, klingt Aldean wie eine Ausschnittfigur, die die immer gleichen Sätze wiederholt. Trinken, Frauen, Liebe und Gefühle sind die Mischung, die durch den künstlichen Hauch der Pop-Arrangements weder Glaubwürdigkeit noch Tiefe erfahren. Wenn Aldean davon singt, dass er nur etwas trinken möchte („Came Here To Drink“) oder eben nicht mehr trinkt („I Don’t Drink Anymore“), klingen die Lieder nach der Idee dieser Vorsätze und nicht, als ob der Künstler diese Gefühle tatsächlich vermittelt.

Die Zutaten für brauchbare Country-Musik sind vorhanden, aber Jason Aldean scheint zu sehr damit beschäftigt, seine Musik leicht zugänglich und unterhaltsam zu gestalten. Da klingen Songs wie „Some Things You Don’t Forget“ verdächtig nach Pop und Rhythm and Blues, ohne dass eine Note des Liedes diesen Ansatz unterstützt. Wer nur mit einem Ohr zuhört, wird keine Schwierigkeiten haben, zu Aldeans Melodien mit dem Kopf zu nicken, aber gleichzeitig werden die eigenen Gedanken sich schnell von diesen Klängen entfernen. „9“ liefert keine Momente, die den Hörer fesseln, sodass das Album zwar leicht zu hören ist, aber es sich schwer damit tut, Hörer für sich zu interessieren.

Anspieltipps:

  • Some Things You Don’t Forget
  • Blame It On You

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