Turnover - Altogether  - Cover
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Turnover Altogether


  • Label: Run For Cover/CARGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Turnover spielen ihren verträumten Indie-Pop so souverän herunter, dass sie in der Unscheinbarkeit verschwinden.

Turnover macht die Sorte von Musik, die eine Berieselungskultur durchaus verlangt. Das klingt hart, doch das genüsslich entspannende „Altogether“ bietet sich für gemächliche Tage in den eigenen vier Wänden an. Mit warmen Gitarren und Bass-Lines sowie einem eher gehauchten Gesang drängen sich Turnover mit ihrer Musik nie auf und bieten sich als Hintergrundgeräusch beim Kochen, Saubermachen, Lernen und Lesen an. Dass diese Band rein handwerklich mehr kann, lässt sich durch die saubere und schöne Produktion erwarten. Die Lieder strahlen allerdings nichts aus, was mitreißen will. „Altogether“ lädt zum Sitzenbleiben ein und regt zu einer langsameren Gangart an.

Während der weiche Abgang der Musik durchaus ansprechend ist, stellt sich die Frage, was Turnover mit ihrer Musik aussagen wollen. Mit zunehmender Spieldauer hat die entspannte Ader der Musik eher etwas Künstliches als Künstlerisches. Sicher lässt sich zu „Sending Me Right Back“ der Kopf nicken, aber warum diese und nicht andere Musik läuft, stellt sich nie heraus. An „Altogether“ lastet eine Beliebigkeit. Die Musik gibt sich über die Drums und Percussions oft zu schnell, um herunterfahren zu lassen und auch das Hauchen wirkt eher hektisch als umgarnend.

Selten gibt sich die Band einer ruhigeren und romantischeren Note hin, die hinter der relaxten Coolness eine schmachtende Sehnsucht nach Ruhe offenbaren. „Ceramic Sky“ und „Valley Of The Moon“ belegen gemeinsam mit „No Reply“, dass Turnover durchaus Gefühle zulassen können, wenn sie nur wollen. Dass sich dieser Effekt nicht allein auf langsamere Stücke beschränkt, offenbart „Plant Sugar“, wenn das Hauchen richtigem Gesang weicht.

Durch die gefühlvollere Hälfte des Albums endet „Altogether“ mit „Temporary Love“ durchaus versöhnlich. Das Gefühl einer Musik, die nicht in Verbindung mit den eigenen Gefühlen steht, bleibt aber vorhanden, wenn „Parties“ eher nach Kunstausstellung statt einem Zusammenkommen klingt. Vielleicht trauen sich Turnover in Zukunft ein wenig weniger cool zu präsentieren und tauen ihre Musik und sich selbst auf. Dann bringt ihre Musik nicht nur den Puls herunter, sondern lässt seine Hörer auch am Tage träumen.

Anspieltipps:

  • Valley Of The Moon
  • Plant Sugar
  • No Reply

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