Stone Sour - Hello, You Bastards: Live In Reno  - Cover
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Stone Sour Hello, You Bastards: Live In Reno


  • Label: Cooking Vinyl/Sony Music
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Get inside motherfucker! I don't give a fuck! I kill everyone! - Stone Sour holen aus bescheidenen Nebenbedingungen das Beste für dieses Live-Album heraus.

Das Musikjahr 2019 liegt in den letzten Zügen. Bis Weihnachten sind es nur noch ein paar Tage. Danach begibt sich die Musikindustrie für den Rest des Jahres in einen Dauerschlaf, der erst in der zweiten Januarwoche langsam endet. Auf dem Weg in die verdiente Pause werden noch einige wenige Veröffentlichungen in die Läden gewuchtet, für die gar nicht erst besonders geworben wird: Live- und Best-Of-Alben, Box-Sets und Re-Releases – also alles, was eh nur Fans kaufen und nicht extra an die große Glocke gehängt werden muss.

Nach sechs Studioalben in 15 Jahren liefern die Herren von Stone Sour nun den ersten Live-Longplayer in ihrer Band-Geschichte ab. Dieser richtet sich natürlich in erster Linie an die Hardcore-Fans der Amerikaner, die das gute Stück am besten auf Vinyl erwerben. Hier hat sich der neue Label-Partner Cooking Vinyl nämlich am meisten Mühe gegeben, während die CD-Ausgabe in einer schnöden und sehr dünnen Papphülle wenig zu überzeugen weiß. Doch Obacht: Die Vinyl-Ausgabe ist auf 2.500 Einheiten limitiert.

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Für „Hello, You Bastards: Live In Reno“ wurde das Konzert vom 5. Oktober 2018 im Grand Sierra Theatre aufgezeichnet und ohne Overdubs bzw. doppelten Boden zur Veröffentlichung freigegeben. Da der Mitschnitt von der Tour zum „Hydrograd“-Album (06/2017) stammt, ist auch der Löwenanteil der 16 gespielten Songs von dem noch immer aktuellen Studiowerk. Dadurch wird dem Hörer zumindest kein verkapptes Best-Of-Album untergejubelt. Doch wem „Hydrograd“ nicht gefiel, hat nun freilich auch mit „Hello, You Bastards: Live In Reno“ ein Problem.

Was vom ersten Ton an auffällt: Das Publikum ist zwischen und während der Songs in dem dumpfen Mitschnitt kaum zu hören. Das schmälert das Live-Erlebnis erheblich, auch wenn sich Corey Taylor (Gesang, Gitarre), Christian Martucci (Gitarre), Josh Rand (Gitarre), Johny Chow (Bass) und Roy Mayorga (Drums) in guter spielerischer Form zeigen und knapp 70 Minuten lang kraftvoll durchziehen. Die Ansagen von Corey Taylor, bei denen gefühlt 100 Mal das Wort „Fuck“ vorkommt, gehen einem trotzdem irgendwann auf den Sack.

Fassen wir also noch einmal zusammen: Die CD-Verpackung ist scheiße, es gibt kein Booklet, der Sound ist dünn und die Songauswahl ist relativ beschränkt. Trotzdem schaffen Stone Sour das Kunststück, aus diesen Zutaten das Beste herauszuholen, indem sie einfach ein starkes Konzert abliefern, das all die genannten Nebenbedingungen unwichtig macht. So pflügen sich Stone Sour durch ein packendes Set und machen moterfuckin‘ Reno dem motherfuckin‘ Erdboden gleich.

Anspieltipps:

  • Bother
  • Reborn
  • Fabuless
  • Get inside
  • Rose red violent blue
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