Pet Shop Boys - Hotspot - Cover
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Pet Shop Boys Hotspot


  • Label: X2 Recordings/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nix mehr mit West End Boys! Nach David Bowie und U2 liefern nun auch die Pet Shop Boys eine Hommage an Berlin ab.

Albumtitel bestehen bei den Pet Shop Boys aus exakt einem Wort. Das ist seit über 30 Jahren so und wird auch mit „Hotspot“, ihrem inzwischen 14. Studiowerk, fortgesetzt. Wie die beiden vorherigen Longplayer „Super“ (04/2016) und „Electric“ (07/2013), wurde auch „Hotspot“ von Stuart Price (u.a. Zoot Woman, P. Diddy, New Order, Seal, Madonna, Depeche Mode, The Killers, Britney Spears) produziert und in Los Angeles sowie in den Berliner Hansa Studios (u.a. David Bowie, U2, Iggy Pop, Nick Cave, Depeche Mode, Marillion, R.E.M., Tangerine Dream, Pixies) geschrieben und aufgenommen.

Neil Tennant (65) und Chris Lowe (60) haben die Deutsche Hauptstadt schon vor einiger Zeit für sich entdeckt und als neue Kreativzelle für sich ausgemacht. Sicher nicht ohne Grund, denn der Berliner Underground brodelt nach wie vor. Und warum sollte nicht auch mal Berlin der Ausgangspunkt eines neuen Hypes sein? Die Pet Shop Boys wären jedenfalls gerüstet und sind bereits mitten drin im deutschen Schmelztiegel, um ihren House-Pop mit Punk und Techno zu verheiraten. Daraus resultiert am Ende ein Sound, der an die Anfänge des Duos und den damaligen Zeitgeist erinnert.

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So verknüpfen die Pet Shop Boys herrlich altmodische Synthie- und Keyboard-Klänge mit The-Chic-Grooves („Monkey business“), lassen aufbrausende Keyboard-Fanfaren („Will-o-the-weep“) und immer wieder mal eine zucker- bis bittersüße Ballade („You are the one“) vom Stapel, wobei Balladen ja nicht zwingend zu den großen Stärken des Duos gehören. Auf „Hotspot“ dienen sie als ausgleichendes Mittel für die zappeligen Dance-Pop-Klänge, die mit klanglichen Anleihen an die späten 80er Jahre mehr denn je an die eigene Geschichte erinnern („Happy people“).

Dabei fallen zwar ein paar 08/15-Stücke von der Stange ab, zu denen auch die Single „Dreamland“ zählt, doch die Pet Shop Boys schaffen es immer wieder, die Kurve zu kriegen und , damit ihrer Tradition treuzubleiben, keine durchgehend schlechten Werke abzuliefern, auch wenn es zwischenzeitlich ziemlich schwer war, an diesem Glauben festzuhalten („Very“, 09/1993). „Hotspot“ macht es dem Hörer dagegen relativ leicht, da heuer sowohl die schnellen als auch die balladesken Stücke funktionieren. Hier seien das mit Bläsern und der Gitarre von Bernard Butler (Ex-Suede) durchzogene „Burning the heater“ sowie „Hoping for a miracle“ hervorgehoben, das den Sound der 80er Jahre atmet und Alphaville, Madonna sowie Vladimir Cosmas „La Boum“ aufeinandertreffen lässt.

Dass Tennant und Lowe ausgerechnet am Ende des Albums mit „Wedding in Berlin“ noch einen schlimmen Totalausfall platzieren mussten, in dem das ZDF-Traumschiff auf schwule House-Sounds und Glockenklänge trifft, hätte allerdings nicht sein müssen. Dann lieber nur neun Tracks mit 37 Minuten Spielzeit abliefern, als dem Hörer so einen Murks als Rausschmeißer mitgeben.

Anspieltipps:

  • Will-o-the-weep
  • Monkey business
  • Burning the heather
  • Hoping for a miracle
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