Ghosther - Through Fire - Cover
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Ghosther Through Fire


  • Label: Noizgate Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ghosther laden ihre Hörer am Ende des Jahrzehnts zu einer Party ein, die uns erfolgreich zurück in die Nuller-Jahre schleudert.

Kurz nach der Jahrtausendwende tat sich etwas im Metal. Plötzlich mussten krachende Gitarren und riesiges Pathos nicht mehr von harten Kerlen gespielt werden. Neben einigen Invasionen aus dem Punk machte sich der Emo-Begriff auch im Metal breit. Der wahrscheinlich am meisten bezeichnende Name aus dieser Zeit ist Evanescence. Während sich über die künstlerische Qualität der Band streiten lässt, war der Einfluss des Songs „Bring Me To Life“ immens. Metal durfte im Gesang melodisch getragen wirken. Der Kontrast auskraftvollen, aber emotionalen Stimmen und gewaltigen Gitarrenwänden war sogar erwünscht.

Dieser lange Einstieg ohne die Erwähnung der vorliegenden Band, Ghosther lässt richtigerweise darauf schließen, dass die Band aus dem Rheinland genau dieser Schule folgt. Das Debüt „Through Fire“ ist ein von dieser Zeit geprägtes Album. Während Andy, Stelle und Ronnie sich zumeist laut und schnell an ihren Instrumenten in bester Metal-Manier austoben, darf sich Sängerin Jenny auf ausladenden Gesang konzentrieren, der an den frühen Gerard Way erinnert. Der Wechsel zwischen gefühvoll und sauber vorgetragenen Melodien und Schreien aus dem tiefsten Inneren ist fließend und sorgt für gute Unterhaltung.

In den besten Momenten ahmen Ghosther Evanescence beispielsweise mit „H.O.P.E.“ programmatisch nach, wenn Gitarrist Andy und Jenny sich für eine ihrer vielen Hymnen gekonnt abwechseln. Die druckvolle Produktion des Albums weiß über einige eintönige Lieder wie „Conscious“ und den Titeltrack hinwegzutäuschen. „Through Fire“ ist ein Album, das über die Kraft seines Klangs sowie die soliden Arrangements funktioniert. Dass die Band mit ihrem Alternative-Metal erfolgreich den Zeitgeist der vor geraumer Zeit abgelaufenen Emocore-Dekade wiederaufleben lässt, scheint die Hauptaufgabe dieses Debüts. In dieser Hinsicht sind Ghosther eine Band, die ihre eigene Stimme inne und verstanden hat.

Anspieltipps:

  • H.O.P.E.
  • The Bitterend
  • Abscence Makes The Heart Grow Fonder

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