Eminem - The Slim Shady LP (20th Anniversary Edition) - Cover
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Eminem The Slim Shady LP (20th Anniversary Edition)


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 93 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Rap-Poesie anno 1999: „Hilary Clinton tried to slap me and call me a pervert. I ripped her fuckin' tonsils out and fed her sherbet".

Als Marshall Bruce Mathers III (47) alias Eminem mit „The Slim Shady LP“ im Februar 1999 sein Majordebüt auf den Markt brachte, kam dies einem Erdbeben gleich. Ein weißer Rapper, der es mit seinen farbigen Kollegen mehr als nur aufnehmen konnte, war gewiss nichts Alltägliches. Dabei waren Eminems Anfangstage als Rapper genau von solchen Vorurteilen geprägt. So fielen die Reaktionen auf sein Indie-Debüt „Infinite“ (11/1996) mehrheitlich mau aus, was sich in einer extremen Wut äußerte, die Eminem in seinen späteren Texten und Tracks kanalisierte. Die schwarze Rap-Welt fragte sich, warum ausgerechnet dieses grimmige Milchgesicht rappen musste. Doch ein Urgestein der amerikanischen Rap-Musik hatte einen Riecher.

Der HipHop-Produzent Dr. Dre (Snoop Dogg, Ice Cube, LL Cool J, 50 Cent, The Game, Xzibit, Kendrick Lamar) bekam Wind von dem Burschen aus Detroit und erkannte sein Talent. Er nahm Eminem für sein Label Aftermath Entertainment unter Vertrag und betreute als Executive Producer die Aufnahmen zu Eminems zweitem Longplayer „The Slim Shady LP“, der hauptsächlich auf dem kreativen Input der „Bass Brothers“ Mark und Jeff Bass beruhte. Die Saat ging auf und der Junge aus Detroit wurde über Nacht zum weltweiten Superstar, der dem HipHop-Genre einen neuerlichen Schub verpasste und zusätzliche Zielgruppen eröffnete.

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In diesem Jahr feiert die „The Slim Shady LP“ ihren 20-jährigen Geburtstag. Grund genug, um das Werk mit einer Jubiläumsausgabe zu ehren, die dem Originalalbum ein Bündel aus Raritäten, A Capella‘s, Freestyles und Instrumentals zur Seite stellt. Mit zehn Stücken, von denen allein die Hälfte aus unterschiedlichen Versionen von „Just don’t give a“ und „Guilty conscience“ besteht, ist die Ausbeute zwar nicht sonderlich umfassend, respektive aufregend, aber schön, dass das Label trotzdem die Wichtigkeit des Longplayers erkannt hat und honoriert. Schließlich wurden bis heute mehr als 18 Millionen Einheiten davon abgesetzt.

Der Stellenwert der „The Slim Shady LP“ lässt sich wunderbar an den letzten Album-Veröffentlichungen „Kamikaze“ (09/2018) und „Revival“ (12/2017) ablesen, auf denen Eminem nichts mehr zu sagen hat und über Kollaborationen mit Popstars versucht zu retten, was kommerziell noch zu retten ist. Diesen fiesen Firlefanz hatte Eminem vor 20 Jahren nicht nötig. Er kreierte einen ganz neuen Rapstil, der damals noch nicht mit der Aggressivität späterer Werke wucherte. Stattdessen blühte Eminems unbeschreiblicher Wortwitz, der zwischen Genie („My name is“), Wahnsinn („Ken Kaniff“), Sex („Cum on everybody“) und jeder Menge Drogen („Brain damage“) ausartete. Somit steht „The Slim Shady LP“ für den Moment, als der US-Rap eine neue, erregende Wendung bekam und einen zweiten Frühling für ein Genre einläutete, das wie kaum ein zweites von Auf und Abs geprägt ist.

Anspieltipps:

  • If I had
  • Ken Kaniff
  • Role model
  • My name is
  • Just don’t give a
  • Cum on everybody
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