Selena Gomez - Rare - Cover
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Selena Gomez Rare


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Teenie-Liebling wird erwachsen. Selena singt über schwere Phasen im Leben und wie man daraus gestärkt herauskommt.

Mit „Rare“ legt Selena Gomez (27) ihr mittlerweile drittes Soloalbum vor, für das sie sich über vier Jahre Zeit gelassen hat. Für Pop-Verhältnisse eine lange Zeit. Es war allerdings auch einiges los im jungen Leben der Sängerin und Schauspielerin. Und zwar nicht nur beruflich, sondern insbesondere auch privat, was die Öffentlichkeit regelmäßig mit gierigem Interesse quittiert. Vor allem die Gesundheit machte Selena zu schaffen. So leidet sie u.a. an der Autoimmunerkrankung Lupus, die Panikattacken und Depressionen sowie eine Nierentransplantation zur Folge hatte. Harter Tobak, an dem die Fans immer ganz dicht dran sind. Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern.

Denn wer ein öffentliches Leben wie Selena Gomez führt, der verarbeitet scheinbar auch Privates über den Umweg der Öffentlichkeit. Deshalb bezeichnet die 27-Jährige ihr neues Werk nicht nur als „persönlichstes Album ihrer Karriere“, sondern auch als eine Art Selbstreflektion zum Verarbeiten von schweren Phasen im Leben, wie auf der Vorabsingle „Lose you to love me“ zu hören. Hier gehört nicht viel Phantasie dazu, um aus dem Text einen speziellen (Abschieds-)Gruß an Ex-Freund Justin Bieber (25) herauszulesen. Damit ist „Rare“ inhaltlich durchaus als spannend zu betrachten, was zuletzt auch von Selenas Freundin Taylor Swift (30) über die sozialen Medien angeheizt wurde.

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Die Emotionen spielen auf „Rare“ also eine besonders große Rolle. Emotionen, die Selena Gomez über mehrere Jahre zusammen mit Songschreibern und Produzenten wie Kygo, Marshmello, The Futuristis, Ben Rice, Finneas, Louis Bell, Sir Nolan, Simon Says, Kirkpatrick oder auch The Arcade eingefangen hat. Doch wenn wir als das Drumherum ausblenden, stehen nicht die Texte im Fokus, sondern die Musik, die bei Selena Gomez schon immer deutlich Dance-orientierter war und deshalb nicht so sehr im Mainstream-Formatradio stattfindet. Der Zielgruppe wird das freilich egal sein. Allerdings werden auch die Stammhörer Texanerin bemerken, dass auf „Rare“ eine gewisse musikalische Reife eingesetzt hat.

Die 13 Tracks auf „Rare“ stellen, sicher auch den Texten geschuldet, in der Regel keine zappeligen Teen-Dance-Pop-Songs mehr dar. Und wenn es doch mal auf den Dancefloor geht, dann mit Niveau („A sweeter place“). Viel auffälliger sind dagegen neue R&B- („Crowded room“) und Funk-Einflüsse („Kinda crazy“, „Cut you off“), die dafür sorgen, dass die Stücke wie aus einem Guss klingen und dabei in maximal drei Minuten auf den Punkt kommen. So bleibt kein Platz für Füllmaterial und sich dauernd wiederholende Strophen. Damit ist „Rare“ fraglos das bisher beste Soloalbum in Selena Gomez‘ Solokarriere, auf dem sie zwar schwere Zeiten verarbeitet, so wie es auch Avril Lavigne im vergangenen Jahr auf „Head Above Water“ (02/2019) getan hat. Doch im Vergleich zu ihrer kanadischen Kollegin fällt dieser Prozess nicht so hochtrabend im Stil einer Drama-Queen aus. Dieser Umstand tut „Rare“ unheimlich gut und verdient Respekt.

Anspieltipps:

  • Fun
  • Rare
  • Cut you off
  • Vulnerable
  • Look at her now
  • People you know
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