Drive Moya - The Light We Lost - Cover
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Drive Moya The Light We Lost


  • Label: Noise Appeal Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Drive Moya aus Österreich verschreiben sich Post-Rock-Gitarrenstürmen, ohne auf gehauchten Gesang und Indie-Strukturen zu verzichten.

Christian „Juro“ Jurasovich macht gerne Ambient-Musik, so verkünden es ein paar Zeilen auf dem Youtube-Profil. Sein Projekt Drive Moya untermauert diese Behauptung, wenn der ungewollt schwachbrüstige Gesang und die feinen Indie-Melodien den sonstigen Post-Rock-Ansatz der Band konterkarieren. Gegensätze ziehen sich gerne an, doch bei Drive Moya stehen sich die drei Kernprinzipien lieber gegenseitig auf den Füßen. Blenden Hörer die Umstände zwischen den einzelnen Komponenten aus, lassen sich wohl gefällige Eigenschaften erkennen, die auf „The Light We Lost“ allerdings nie richtig zusammengeführt werden.

Gleich in „Cold Water“ lässt sich erahnen, dass der schrammelig überlebensgroße Ansatz der Gitarren den geflüsterten Gesang erstickt, während die melancholischanmutende Leitmelodie des Liedes eine andauernde Unruhe erfährt. Dieser Eindruck lässt sich mühelos und gerecht auf „Freezer“ übertragen und verschwindet auch sonst nie gänzlich. Die Frage, warum die Band es so scheppern lässt, lässt sich dabei leider nie beantworten. Zumeist verwäscht dieser Ansatz die unterliegenden Pop-Rock-Strukturen derartig, als wäre die Band scheu sich sanfteren Klängen hinzugeben, obwohl ein „Violin“ mit dem Pop-Zaunpfahl winkt.

Am ehesten entfalten Drive Moza ihr Potenzial, wenn sie den einzelnen Elementen wie in „White Leaf“ ihren jeweils eigenen Platz geben. Ruhige Interluden, klare Stilwechsel und nachvollziehbare Krachexplosionen ergeben eine Mischung, die sich gewollt und bewusst anhört. Mit „Dreamboy“ weiß die Band sich auch noch bei voranpreschenden Arrangements besser zu beweisen. Die Gitarren lassen zwar Zweifel offen, fühlen sich im Stadion-Rock-Kontext jedoch viel passender an.

Nach sieben Liedern in 36 Minuten, die sich definitiv etwas länger anfühlen, bleibt der Eindruck einer Band bestehen, bei der die Räder nie vollends ineinandergreifen. Von außen scheint es, dass Drive Moya sich zu viele Zutaten als Muss aufbürden und ihre Musikdeswegen oft überladen wirkt. Das Material, das die Band verwendet, ist deutlich erkennbar, doch jetzt liegt es an Drive Moya es in einer Art zu verarbeiten, die den Hörer tatsächlich erleben lässt, statt sich durch ein unpräzises Rauschen kämpfen zu müssen.

Anspieltipps:

  • Dreamboy
  • White Leafs
  • Cold Water

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