Huey Lewis And The News - Weather - Cover
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Huey Lewis And The News Weather


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 26 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zehn Jahren Albumpause tritt Huey Lewis vermutlich zum letzten Mal in den Gute-Laune-Ring der erwachsenen Popmusik ein.

In der vergangenen Woche zählte das neue Green-Day-Album „Father Of All…“ zu den Aufregern des VÖ-Tags. Künstlerisch äußerst fragwürdig und mit 10 Songs bei 26 Minuten Spielzeit extrem dürftig ausgestattet, konnte es nur ein Urteil gaben: Daumen runter. Sieben Tage später grüßt das Murmeltier erneut. Als eine der interessantesten Veröffentlichungen ist ein neues Album von Huey Lewis And The News angekündigt. Und auch hier fällt die erste Reaktion nach dem Blick auf das Display des CD-Players ernüchternd aus: Gerade mal sieben Songs und ebenfalls nur 26 Minuten Spielzeit. Wenigstens wurde der Preis diesen Umständen entsprechend etwas freundlicher gestaltet. Schön ist das trotzdem nicht. Doch die Gründe dafür sind ganz anders gelagert, als bei den Herren von Green Day.

Bei Huey Lewis (69) wurde vor ein paar Jahren eine Erkrankung des Innenohres (Morbus Menière) diagnostiziert. Mit diesem Leiden, das u.a. Schwindel, Hörverlust und Phantomgeräusche erzeugt, war einfach nicht mehrt drin. Umso schöner ist es, dass die vermeintlich letzten Aufnahmen, die zehn Jahre nach dem letzten Studiooutput „Soulsville“ (10/2010), auf dem ausschließlich Coverversionen zu hören sind, nun doch erscheinen und nicht einfach in der Schublade verschwunden sind. Schließlich ist Huey Lewis ein echtes Urgestein des 80er Jahre Gute-Laune-Pop, das jung und alt mit seinen zahlreichen Hits erfreute. Ein Blick auf den bis dato letzten „Greatest Hits“-Longplayer bestätigt dies.

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Stücke wie „The heart of rock & roll“, „The power of love“, „Stuck with you“, „Do you believe in love“, „Small world“ oder auch „Hip tob e square“ prägten ohne Zweifel den musikalischen Zeitgeist eins ganzen Jahrzehnts, wie es im Mainstream-Kino der 80er Jahre Filme wie „Ghostbusters“, „Zurück in die Zukunft“, „Top Gun“, „Beverly Hills Cop“, „E.T.“, „Indiana Jones“ oder „Ferris macht Blau“ getan haben. Merke: Auch ohne besonderen Tiefgang kann Unterhaltung stilvoll ausfallen. Doch zählt das auch für „Weather“, von dem nicht weniger als der eingängige Rhythm´n´Blues-Pop der 80er Jahre erwartet wird?

The News treten im Big-Band-Line-up, bestehend aus Huey Lewis (Gesang), Johnny Colla (Gitarre), Bill Gibson (Drums), Sean Hopper (Keyboards), John Pierce (Bass), Stef Burns (Gitarre), Johnnie Bamont (Saxophon), Marvin McFadden (Trompete) und Rob Sudduth (Saxophon) an, und empfangen den Hörer erst einmal mit entspannten Klängen („While we’re young“). 40 Jahre nach dem Debütalbum gehen die Uhren nun eben etwas anders. Das äußerst sich auch in der geringeren Eingängigkeit der Songs, die jedoch gewohnt gut arrangiert sind. Dabei stechen Titel wie „Her love is killin‘ me“ und „Hurry back baby“ mit deutlich mehr Tempo und Groove heraus, während „I am there for you“ als geschmackvolle Soul-Ballade durchgeht und das abschließende „One of the boys“ als Country-Song überrascht.

Unterm Strich ergibt sich daraus ein im wahrsten Sinne des Wortes kurzweiliges Blue-Eyed-Soul-Pop-Werk, das voraussichtlich das letzte in der Geschichte von Huey Lewis And The News sein wird. Es gefällt mit gut abgehangenen Old-School-Tracks, erlesenen Arrangements und der Charakterstimme von Bandleader Hugh Anthony Cregg Ⅲ alias Huey Lewis. Dieser verabschiedet sich mit Anstand von der Musikwelt und findet selbst in dieser Situation aufmunternde Worte: „Selbst, wenn ich nie wieder singen sollte – es könnte schlimmer sein! Ich bin vielleicht taub, aber nicht tot!“.

Anspieltipps:

  • Hurry back baby
  • I am there for you
  • Her love is killin‘ me
  • Remind me why I love you again
  • Credit Header-Bild: Deanne Fitzmaurice

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