The Boomtown Rats - Citizens Of Boomtown  - Cover
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The Boomtown Rats Citizens Of Boomtown


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der heilige Bob und die Bürger der Boomtown sind zurück aus der Gruft des Punkrock.

Die irische New-Wave-Band The Boomtown Rats meldet sich 45 Jahre nach ihrer Gründung und 36 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum mit neuer Musik zurück. Zwar sind die vier Gründungsmitglieder Bob Geldof (Gesang), Gary Roberts (Gitarre), Simon Crowe (Drums) und Pete Briquette (Bass) bereits seit 2013 hin und wieder live aktiv gewesen, doch erst jetzt, mit dem neuen Longplayer „The Citizens Of Boomtown“ ist die Reunion komplett.

Die Boomtown Rats waren eine verschworene Gemeinschaft, die ihren Traum von der Freiheit und dem Rock’n’Roll lebte. Zehn Jahre brannten die Musiker füreinander und lieferten zwischen 1977 und 1984 sechs Studioalben ab. Mit „I don`t like mondays“ (07/1979) gelang ihnen ein Hit für die Ewigkeit und mit der Organisation des Live Aid Festivals im Jahr 1985 avancierte Bob Geldof zum Retter der Welt. Damit einher ging aber auch die Auflösung der Boomtown Rats. Die Jungs waren ausgebrannt, ihre Mission am Ende und die Welt eine andere geworden.

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35 Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Auf dem Globus passieren regelmäßig so verrückte Dinge, dass ein passionierter Polit-Aktivist wie Bob Geldof genügend Themen finden sollte, um mit seinen alten Jugendfreunden den Geist des Punkrock und den Drang zur Rebellion wiederzuerwecken. Also drehen wir zusammen mit den Boomtown Rats das Rad – zumindest musikalisch zurück – und tauchen in eine Welt ein, die sich künstlerisch noch immer aus den Vorlagen der späten 70er und 80er Jahre speist.

So muss festgehalten werden, dass moderne Einflüsse bei den zehn Songs eher rar sind. Nur der ausgeprägte Hang zu Versatzstücken aus der Elektro-Rock-Sparte in Stücken wie „Monster monkeys“, „Get a grip“ und „The boomtown rats“ fällt aus dem Rahmen. Daneben dominiert ein Gemischtwarenladen aus knurrigem Folk-Rock („She said no“), Songwriter-Pathos à la Bob Dylan („Here’s a postcard“), etwas Dance- („K.I.S.S.“) und Pop-Rock, bei dem ein bisschen zu genau bei Joan Jett hingehört wurde („Rock’n’Roll yé yé“).

Auf diese Weise wissen The Boomtown Rats nicht wirklich zu überzeugen. Sie liefern aus der Zeit gefallene, aber nicht unsympathische Durchschnittskost ab, der es am Ende am Biss und an zündenden Ideen fehlt. Fazit: Eigentlich schade, aber auch nicht ganz unerwartet.

Anspieltipps:

  • Get a grip
  • She said no
  • Monster monkeys
  • Here’s a postcard
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