In Extremo - Kompass Zur Sonne  - Cover
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In Extremo Kompass Zur Sonne


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir feiern ein Vierteljahrhundert In Extremo mit einem sehr soldien 13. Studioalbum.

Nachdem In Extremo die Veröffentlichung ihres 13. Studioalbum „Kompass zur Sonne“ Corona-bedingt vom 27. März auf den 8. Mai verschoben hatten, liegt der Nachfolger von „Quid Pro Quo“ (06/2016) nun endlich vor. So kann das 25-jährige Band-Jubiläum in diesem Jahr doch noch ein bisschen gefeiert werden, auch wenn heute noch nicht sicher ist, ob ab Herbst tatsächlich wieder live vor Menschen gespielt werden kann und die geplanten Konzerte stattfinden. Deshalb werden auch weiterhin Woche für Woche heiß erwartete Mainstream-Alben und Live-Konzerte zum Teil bis in das nächste Jahr verschoben, sodass es durchaus überraschend ist, dass In Extremo ausgerechnet jetzt mit ihrem neuen Longplayer an den Start gehen.

In nunmehr 25 Jahren haben In Extremo es geschafft, die ursprüngliche Romantik ihrer akustischen Mittelaltermusik Stück für Stück in zeitgemäße Bombast-Rockmusik umzuwandeln, mit der sich In Extremo kommerziell in luftige Höhen katapultiert und ein treues Publikum erspielt haben. An der dahintersteckenden Erfolgsformel wird deshalb aus verständlichen Gründen nur wenig variiert. Einzig der Aufnahmeprozess hat sich bei „Kompass zur Sonne“ etwas verändert. Denn, anstatt das neue Werk wie sonst in ein paar Wochen einzuspielen, wurde den Texten und Kompositionen viel Zeit zur Reife gelassen, ohne dass diese einem speziellen roten Faden folgen.

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Den über zwei Jahrzehnte gepflegten und im Laufe der Jahre, trotz Metal-Gitarren immer poppiger gewordenen Sound, bieten In Extremo auch auf „Kompass zur Sonne“ in beeindruckender Konsequenz und Qualität dar. Die Songs sind stets schwungvoll und mitreißend inszeniert („Reiht euch ein ihr Lumpen“), auch wenn die Inhalte hier und da ernster Natur sind („Saigon und Bagdad“). Mit Balladen wie „Schenk noch mal ein“, „Wer kann segeln ohne Wind“ (mit tiefen Growls von Johan Hegg von Amon Amarth) und „Wintermärchen“ wird dagegen gespart. Dadurch unterliegt „Kompass zur Sonne“ einem soliden Grundtempo, das Lust auf die kommenden Konzerte macht.

Große Überraschungen bleiben bei den 12 Songs – fast schon erwartungsgemäß – aus, was uneingeschränkt als Stärke gewertet werden kann. Denn In Extremo verlassen sich auf ihr Talent, ernste, spaßige und fantasievolle Themen mit partytauglichen Melodien, schneidenden Metal-Gitarren und einer sehr druckvollen Self-Made-Produktion in Zusammenarbeit mit Vincent Sorg und Jörg Umbreit (Die Toten Hosen, Broilers, Grave Digger, Donots, Betontod) in Einklang zu bringen. Ferner unterstreicht „Kompass zur Sonne“, dass In Extremo eine der wenigen Bands sind, die einen Markenzeichen-Sound erschaffen haben, die sie unverwechselbar macht. Warum sollte daran etwas geändert werden?

Anspieltipps:

  • Salva nos
  • Narrenschiff
  • Saigon und Bagdad
  • Kompass zur Sonne
  • Reiht euch ein ihr Lumpen
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