Bonfire - Fistful Of Fire - Cover
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Bonfire Fistful Of Fire


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das 80er Jahre Hardrock-Urgestein liefert heuer ein Plus an Härte und dafür deutlich weniger großartige Melodien.

Mit „Fistful Of Fire“ legt die süddeutsche Hardrock-Institution Bonfire ihren inzwischen dritten Longplayer mit dem neuen Sänger Alexx Stahl vor, der Gesangsurgestein Claus Lessmann (2014 ausgestiegen) und Interims-Sänger David Reece (Ex-Accept) vor vier Jahren ersetzte. Damit geht die seit 3½ Dekaden andauernde Karriere der Ingolstädter unbeirrt weiter, auch wenn die Liste der ehemaligen Bandmitglieder im Laufe der Jahre groteske Ausmaße angenommen hat. Einzige Konstante im Hause Bonfire und der Vorgänger-Band Cacumen ist Mastermind und Gitarrist Hans Ziller, der seit 1972 die Fäden zusammenhält und neben Alexx Stahl auch noch auf Frank Pané (seit 2014, Gitarre), Ronnie Parkes (seit 2014, Bass) und André Hilgers (seit 2019, Drums, Ex-Rage, Ex-Axxis, Ex-Sinner) zählt.

Als Produzent und Toningenieur wurde wieder einmal Tom Müller (u.a. Downspirit, Chakuza, Massiv, Moses Pelham, Sabrina Setlur) verpflichtet, der „Fistful Of Fire“ in seinen Ingolstädter Flatliners Recording Studios aufgenommen hat und damit die nach Aussagen von Bonfire „bis dato härteste Scheibe der Band überhaupt“ verantwortet. Doch selbst wenn Bonfire heuer etwas Metal als Hardrock sein sollten, konnten Hans Ziller und Co. dennoch nicht auf liebgewonnene Genre-Klischees verzichten, was bei Songtiteln und Texten anfängt und bei der Art der Instrumentierung aufhört. In diesem Zusammenhang darf allerdings nicht vergessen werden, dass scheinbar genau dies das Erfolgsrezept der Traditionsmarke Bonfire ist, die angesichts der vielen Querelen in den vergangenen schon längst untergegangen sein müsste.

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„Fistful Of Fire“ ist über den Daumen gepeilt das 17. bis 20. Studioalbum des Quintetts, das es auch anno 2020 schafft, so klingen, als sei die Zeit irgendwann in den später 80er Jahren stehengeblieben. Dabei reiten die Überlebenden des Rock’n’Rolls auf der Klinge durch Feuer und Eis, bis ein alter Mann zu weinen beginnt („Rock’n’roll survivors“, „Ride the blade“, „Fire and ice“ „When an old man cries“). Dazu werden Hooks und Riffs in verschwenderischer Manier unter das gierige Hardrock-Volk gestreut, das absolut keine Angst haben muss, dass Bonfire auch nur ansatzweise etwas Modernes oder gar Experimentelles anbieten könnten.

Das alles wäre auch nicht von Relevanz, hätten Bonfire auf „Fistful Of Fire“ zusätzlich zur neuentdeckten Härte auch ein paar Melodien in petto, die nachhaltig hängenbleiben würden. Stattdessen liefern die Süddeutschen nur ein mäßig begeisterndes Opus ab, das stellenweise näher an Bands wie Helloween dran ist („Gloryland“), als an der eigenen musikalischen Ursuppe („When an old man cries“). Richtig schlau wird man daraus nicht. So bleibt unterm Strich nicht mehr als eine durchschnittliche Leistung, mit der vermutlich nur die Hardcore-Jünger glücklich sind.

Anspieltipps:

  • Warrior
  • Breaking out
  • Gotta get away
  • When an old man cries
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