The Weeknd - After Hours - Cover
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The Weeknd After Hours


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

The Weeknd entwickelt sich auf seinem vierten Album in Richtung Popmusik weiter und liefert mit „Blinding lights“ einen der besten Songs des Jahres ab.

Vor inzwischen auch schon wieder fast zehn Jahren trat Abel Makkonen Tesfaye alias The Weeknd (30) als Retter des R&B an und revolutionierte das in den 90er Jahren von Künstlern wie R. Kelly, Babyface, Usher oder auch Boyz II Men mit grausamen Texten und weichgespülten Klängen zu Tode getriebene Genre mit düsteren, alternativen Sounds und völlig neuen inhaltlichen Ansätzen. Auf diese Weise avancierte The Weeknd schnell zu einem globalen Superstar, der inzwischen auf mehr als 100 Millionen digitale und physische Single- und Albumverkäufe zurückblicken kann. Kein Wunder also, dass sein neuer Longplayer schon sehsüchtig erwartet wurde.

Doch jetzt ist es endlich soweit! Nach seiner Mixtape-Trilogie aus dem Jahr 2011, den Studioalben „Kiss Land“ (09/2013), „Beauty Behind The Madness“ (08/2015) und „Starboy“ (11/2016) sowie der EP „My Dear Melancholy“ (04/2018), legt The Weeknd nach vier vorab ausgekoppelten Singles mit „After Hours“ nun sein viertes Studiowerk vor, an dem er mit Produzenten und Songschreibern wie Frank Dukes (Taylor Swift, Lorde, Kanye West, Drake), Leland „Metro Boomin“ Wayne (Post Malone, Travis Scott, Big Sean, James Blake), Oscar Holter (Tove Lo, Charli XCX, Adam Lambert, Carly Rae Jepsen), Carlo „Illangelo“ Montagnese (Fall Out Boy, Lady Gaga, Alicia Keys, Katy Perry), Jason „DaHeala“ Quenneville (French Montana, Rick Ross, Daft Punk), Max Martin (Britney Spears, Avril Lavigne, Ariana Grande, Kelly Clarkson) und Kevin Parker (Tame Impala) sowie Daniel Lopatin (Tim Hecker, FKA Twigs, David Byrne, Anohni) als Gastmusiker getüftelt hat.

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Die besondere Atmosphäre in seinen Songs hat sich The Weeknd auch auf „After Hours“ erhalten, auch wenn er mit Stücken wie „Hardest to love“ und „Blinding lights“ vielleicht so deutlich wie nie in poppige Regionen vorstößt und dabei auch die düstere Komponente runterfährt. Das bedeutet allerdings nicht, dass The Weeknd auf einmal Kirmesmusik abliefert. Dazu sind Tracks wie „Scared to live“ oder auch „Save your tears“ bei aller Eingängigkeit immer noch zu erwachsen und deep. Zudem wurde der fast schon aufdringliche Bombast des Vorgängers „Starboy“ gegen minimalistischere, elektronischere Arrangements eingetauscht („Snowchild“, „Faith“).

Damit behält The Weeknd neben dem artverwandten HipHopper Kendrick Lamar (32) seine Vormachtstellung im R&B bei, auch wenn Popstücke wie „Blinding lights“, „Save your tears“ oder auch „In your eyes“ stark aus dem Rahmen fallen, auf ihre Weise aber zum Besten gehören, was aktueller Mainstream-Pop für den Einsatz im Radio zu bieten hat. Puristen mag dies vielleicht ein Dorn im Auge sein. So belanglos wie The Weeknds R&B-Kollegen aus den 90er Jahren klingt „Afters Hours“ jedoch nie. Somit ist der eingeschlagene Weg des Kanadiers für einen Black-Music-Star zwar ungewöhnlich, aber in der dargebotenen Form spannend, wenn nicht gar innovativ.

Anspieltipps:

  • Faith
  • Heartless
  • In your eyes
  • Blinding lights
  • Hardest to love
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