Seasick Steve - Love & Peace  - Cover
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Seasick Steve Love & Peace


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Seasick Steve ist auf der Suche nach mehr Menschlichkeit. Dazu versorgt er seine Hörer mit ein paar wichtige Botschaften.

Langsam aber sicher wird die Rampe der Corona-bedingt verschobenen Alben abgebaut. Zwar haben Stand heute noch sehr viele Werke keinen neuen Termin erhalten, doch für den August zeichnet sich bereits eine wahre VÖ-Flut ab, sodass es nicht verkehrt ist, vor der Welle zu sein, so wie „Love & Peace“ von Seasick Steve. Das Album sollte ursprünglich im Mai, wurde aber in den Juli verschoben und liegt nun vor. Die Zeit bis zur Veröffentlichung überbrückte Seasick Steve wie so viele Musiker auf seinem YouTube-Kanal mit sogenannten „Down Home Sessions“ und einigen vorab als Singles ausgekoppelten Tracks.

Durch die starke Internet-Präsenz kühlte das Interesse an „Love & Peace“ nie ab. Schließlich will der 69-Jährige (das Geheimnis um sein Geburtsdatum scheint nun endlich gelüftet worden zu sein…), wie der Albumtitel andeutet, mit seinen neuen Songs ein paar wichtige Botschaften senden, auch wenn diese vielleicht banal wirken mögen. Doch in Zeiten wie diesen sind Haltepunkte wie Liebe, Vertrauen, Zuversicht, Frieden und der Glaube an sich selbst gewiss keine verkehrten Werte. Einige Songs dazu hat Seasick Steve wie gewohnt zuhause in seiner Scheune eingespielt. Der Löwenanteil entstand jedoch im Studio 606 sowie im East West Studio 3 in Los Angeles, wo er zusammen mit Vance Powell (u.a. Arctic Monkeys, Wolfmother, Jack White, The Dead Weather) als Toningenieur und seinen Kollegen Dan Magnusson (Drums), Luther Dickinson (Gitarre) und Malcolm Arison (Mundharmonika) arbeitete.

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Zwar legt Seasick Steve großen Wert darauf, dass die gesamten Aufnahmen streng analog stattfanden und genauso auf CD und Vinyl festgehalten wurden, doch so ganz kann auch Seasick Steve sich nicht mehr vor der digitalen Welt verstecken. Sei’s drum. Am Ende zählt nur das Ergebnis – und dieses ist wie immer so urwüchsig und rau, dass sich kein Fan Sorgen machen muss. Was allerdings auffällt: Im Vergleich zu früheren Alben sind die Songs diesmal länger ausgefallen. So lässt sich Seasick Steve für das Dutzend Tracks fast eine Stunde Zeit, was zugegebenermaßen nicht bei allen Stücken zu 100 Prozent funktioniert, weil dazu zu wenig passiert. Wie es geht, zeigen dagegen Songs wie „Church of me“ und der Titeltrack, in denen Seasick Steve virtuos und spielerisch leicht die Rolling Stones und explosiven Garagen-Rock im Stile der White Stripes zitiert.

Stilistisch steht wie immer der Blues in allen Facetten an erster Stelle. Gern kolportierte Zutaten wie Folk, Americana, Rock oder auch Boogie fallen dagegen kaum ins Gewicht. Bei all dem klingt Seasick Steve nicht wie ein alter Kauz, der mit der Gitarre auf der Veranda hockt, sondern wie ein hungriger Wolf, der mit seinen Riffs immer noch gerne in den Hintern tritt und dabei stets etwas zu sagen hat: „We don't listen each other no more. Nobody knows what the trouble is. Nobody sees, have mercy. Hey, man, I've got an idea. You wanna hear? Are you just too busy, now? Try a little respect. Common courtesy. Just a little respect. Be nice to each other, you see. Gotta stop the hatred, now. Get back to love and peace.“

Anspieltipps:

  • Love & peace
  • Church of me
  • I will do for you
  • Toes in the mud
  • Clock is running
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