Pretenders - Hate For Sale  - Cover
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Pretenders Hate For Sale


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 30 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch im hohen Rock'n'Roll-Alter können Chrissie Hynde und Co. auf Studioalbum Nummer 11 zumindest streckenweise überzeugen.

Fast vier Jahre nach ihrem, wenn man so will, Comeback-Longplayer „Alone“ (10/2016 – der Vorgänger „Break Up The Concrete“ stammt aus dem Jahr 2008), legen die Pretenders mit „Hate For Sale“ erneut ein frisches Werk nach und stehen damit beim elften Studioalbum in ihrer über 40-jährigen Band-Geschichte. Der ursprünglich für Anfang Mai geplante Release wurde bedingt durch die Corona-Krise auf Mitte Juli verschoben. Ein Schicksal, das die allermeisten namhaften Veröffentlichungen in diesem Jahr zu tragen haben, was dazu geführt hat, dass haufenweise fertiggestellte Top-Alben auf der langen Bank der Plattenfirmen liegen und auf eine Veröffentlichung warten.

„Hate For Sale“ darf nun also in die Freiheit und ein weiteres Mal die musikalische Ursuppe der Pretenders aus New Wave, Pop und Punkrock repräsentieren, mit der sich die Band ab Ende der 70er Jahre einen festen Platz in den Geschichtsbüchern erspielt hat. Mitte der Achtziger wandelte sich das Bild der Pretenders zu einer Art Soloprojekt von Chrissie Hynde (68), was sich nun wieder ändern soll. Zum ersten Mal seit dem „Learning To Crawl“-Album (12/1983) ist wieder die komplette Band auf dem Cover zu sehen und auch das Songwriting lastet nicht mehr allein auf den Schultern der Power-Frau. Für das in London aufgenommene Album erhielt Gitarrist James Walbourne (40) Credits als Co-Songwriter und mit dem ins Studio zurückgekehrten Gründungsmitglied Martin Chambers an den Drums kommt so etwas wie Nostalgie auf.

Bild

Bei der Produktion vertrauten die Pretenders auf die bewährten Künste von Steven Street (Blur, The Smiths, Kaiser Chiefs, The Cranberries, Graham Coxon, New Order, Babyshambles), der auch an den Keyboards aushalft, sodass hier eine große Familie am Werk war, die sich seit Jahren kennt und vertraut. Und in der Tat hat das Quintett am Ende zehn Dreiminüter abgeliefert, die stilistisch stark an die Ursprünge der Pretenders erinnern und einen wohlbekannten Mix aus Punkrock („Hate for sale“), eingängigen Gitarren-Pop-Stücken („The buzz“, „Maybe love is in NYC“), Glamrock („Turf accountant daddy“), Reggae („Lightning man“) und einigen Balladen („You can’t hurt a fool“, „Crying in public“) abgeben.

Das Ergebnis ist – wie schon beim Vorgänger – ein solides Pop/Rock-Album, von dem niemand, trotz der eindeutigen Bezüge aus den späten 70er bzw. frühen 80er Jahre, ein bissiges, vor jugendlicher Kraft strotzendes Werk erwarten sollte. Das muss auch nicht sein. Denn die erwachsene Version der Pretenders kann ebenfalls überzeugen, indem sie als Team ein gut abgehangenes Stück Musik veröffentlicht, das mit autobiografischen Inhalten und ein paar netten Songideen für eine halbe Stunde zu unterhalten weiß.

Anspieltipps:

  • Junkie walk
  • Crying in public
  • Maybe love is in NYC
  • Turf accountant daddy
  • I didn’t know when to stop
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