The Jayhawks - XOXO - Cover
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The Jayhawks XOXO


  • Label: Sham Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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Mastermind Gary Louris bezieht seine Bandkollegen erstmals stärker in das Songwriting ein und macht damit alles richtig.

Die von Mark Olson (58) und Gary Louris (65) in Minnesota gegründete Country-Rock-Band The Jayhawks kann in diesem Jahr auf ihr 35-jähriges Jubiläum zurückblicken. Aufgrund der Corona-Krise ist an Feierlichkeiten und Live-Konzerte allerdings nicht zu denken. Wenigstens gibt es jetzt mit „XOXO“ ein neues Studioalbum und vermutlich noch in diesem Herbst ein weiteres Soloalbum von Bandchef Gary Louris. Dieser führte The Jayhawks mit mit wechselnden Besetzungen weiter, nachdem Mark Olson die Band im Jahr 1995 verließ und zusammen mit seiner Frau die Original Harmony Ridge Creekdippers gründete.

Obwohl The Jayhawks in den weltweiten Mainstream-Charts nie eine größere Rolle spielten und somit nie die Erfolge der artverwandten Wilco einfahren konnten, stand die Band ein Jahrzehnt lang bei Rick Rubins Kult-Label (Def) American Recordings unter Vertrag und erlebte in dieser Zeit die kommerziell erfolgreichste Phase mit diversen herausragenden Werken wie „Hollywood Town Hall“ (09/1992) und „Tomorrow The Green Grass“ (02/1995). Später glühte sogar der Draht zwischen Mark Olson und Gary Louris wieder auf. Sie nahmen mit „Ready For The Flood“ (12/2008) ein gemeinsames Akustikalbum auf und schrieben zusammen den Jayhawks-Longplayer „Mockingbird Time“ (09/2011). Dies war aber nur ein kurzes Intermezzo.

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Auf den folgenden beiden Werken übernahm Mastermind Gary Louris (Gesang, Gitarre) erneut alleinig das künstlerische Zepter, das er nun für das elfte Studioalbum wieder ein wenig aus der Hand gegeben und seine Bandmitglieder Karen Grotberg (Keyboards), Marc Perlman (Bass) und Tim O’Reagan (Drums) stärker in das Songwriting und die Arrangements einbezogen hat. Eine völlig neue Situation, die nach gut 3½ Jahrzehnten noch einmal frischen Wind in die eingespielten Kreativabläufe brachte, die auch auf „XOXO“ auf einem festen Fundament aus feinfühligen Pop-Melodien und schön ausgearbeiteten Gesangsharmonien basieren. Auf diese Weise halten die Songs stets eine Balance aus der Jayhawks-typischen, bittersüßen Melancholie („Living in a bubble“) und rockigen, fast schon aufbrausenden Elementen („Dogtown days“).

Inhaltlich orientiert sich Louris hier und da an aktuellen Themen wie dem Overkill der sozialen Medien, dem Klimawandel und der allgemeinen Weltlage, streut aber auch jede Menge persönliche Empfindsamkeiten in die 15 Songs ein, denen die gleichberechtigte Verteilung des Songwritings hörbar gutgetan hat. So bewegen sich The Jayhawks auf den Pfaden von The Mamas And The Papas, den Beatles, Beach Boys und Tom Petty und schmeicheln sich damit unaufhaltsam in die Gehörgänge ihrer treuen Fans ein, die sich darüber freuen dürfen, dass es auch weiterhin keine schlechten Jayhawks-Alben gibt.

Anspieltipps:

  • Ruby
  • Bitter pill
  • Homecoming
  • Dogtown days
  • Little victories

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